Rede · 21.03.2007 Neues Schulgesetz erfordert neue Lehrerbildung


Die Grünen haben ihren Antrag „Neues Schulgesetz erfordert eine neue Lehrerbildung“ nach der Ausschussberatung noch einmal in den Landtag eingebracht. Der SSW unterstützt diesen Schritt und hat den Antrag ja auch mit unterzeichnet. Denn natürlich können wir uns nicht damit begnügen, dass die Landesregierung ohne Zeitvorgabe gebeten wird, ein Konzept zur Neuorientierung der Aus- und Weiterbildung vorzulegen.

Wir wollen schon gerne wissen, wie erreicht werden soll, dass die Lehrkräfte – die jetzigen und kommenden – zeitnah auf die Änderungen in unserem Schulwesen vorbereitet werden. Dabei hat aus unserer Sicht die Fort- und Weiterbildung erste Priorität. „Wer erfolgreiche Bildungsreformen will, muss die Lehrerinnen und Lehrer unterstützen, indem er ihre innovative Handlungskompetenz stärkt, “sagt der bekannte Schulreformer Heinz Klippert, der ja vor kurzen auf einer großen GEW-Veranstaltung sprach. Das Echo auf diese Veranstaltung verdeutlicht übrigens auch, wie groß der Bedarf an solchen „Schultagen“ ist.

Im Ausschuss nun stellte die Bildungsministerin ihre Fortbildungsoffensive „Lernen fördern – Leistung fördern“ vor. Aus Sicht des SSW ist dieses Programm der berühmte erste richtige Schritt in die richtige Richtung. Er ist notwendig; ob er ausreicht, wird sich zeigen. Ich glaube, man wird schnell zu der Erkenntnis kommen, dass es weiterhin Lehrerkollegien geben wird, die damit nicht zu erreichen sind. Der GEW schlägt in diesem Zusammenhang vor, weitere Moderatoren einzusetzen, die dann vor Ort diesen Fortbildungsprozess begleiten sollen. Kein einfacher Job, möchte ich hinzufügen, der wirklich gute Leute erfordert. Dann könnte er aber auch sehr Erfolg versprechend sein.

Am Wochenende berichtete das „Flensburger Tageblatt“ über den Weiterbildungsverbund zwischen Universität und Schule, der bislang ausschließlich Insidern ein Begriff war: der so genannte EULE, eine Einrichtung für Unterrichtsentwicklung, Lernkultur und Evaluation.
Seit 2001 entfalten Wissenschaftler von der Uni und Praktiker vom IQSH bezeichnenderweise in einem Keller bessere Fortbildungskonzepte für die Lehrerfortbildung. Mit diesem ganzheitlichen Modell soll mit der Trennung zwischen Qualifikation an der Universität und dem IQSH-geführten Referandariat aufgeräumt werden. Mit anderen Worten: Wir erwarten, dass die durch EULE gewonnenen Erfahrungen in das Konzept der Landesregierung hineinfließen.

Die Aus-, Fort- und Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer ist kein abschließbarer biografischer Prozess. Doch Weiterbildung hat im Schulalltag kaum Anreize, weil er sich nicht in Cent und Euro ausdrückt. Die Zustimmung im Kollegium ist für Viele nicht Anreiz genug, sich weiterzubilden. Also muss der Druck, bzw. die Aufforderung zur Weiterbildung von außen kommen.

Letztlich führt also kein Weg an einer systematischen Fortbildung aller Lehrerinnen und Lehrer vorbei. Dazu gehört auch, dass das IQSH zukünftig nach Abschluss einer Fortbildungsmaßnahme nicht nur fragt, wie sie dem Lehrer gefallen hat, sondern misst, ob die Schüler des fortgebildeten Lehrers hinterher besser lernen.
Wir warten also gespannt darauf, dass die Landesregierung ein durchdachtes Konzept für die Neuorientierung der Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte vorlegt. Nach Meinung des SSW und der Grünen sollte dieses aber noch vor der Sommerpause dem Landtag vorgelegt werden.

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