Pressemitteilung · 03.07.2019 Verantwortungsvolle Drogenpolitik sieht anders aus

Zum heutigen Bericht der Lübecker Nachrichten zur Rauschgiftkriminalität erklärt der gesundheits- und sozialpolitische Sprecher des SSW im Landtag, Flemming Meyer:

Flemming Meyer

Drogen sind heute leichter zu bekommen als ein Arzttermin. Die Konsumenten sind dabei einem skrupellos agierenden Schwarzmarkt ausgesetzt, der sich weder um das Alter der Konsumenten noch um die gesundheitlichen Folgen von Streck- und Zusatzmitteln schert.

Doch leider wird Drogenpolitik hierzulande immer noch mit gescheiterten Lösungsansätzen von vorgestern betrieben. Unseren Vorstoß für ein Modellprojekt zur staatlich kontrollierten Freigabe von Cannabis in Schleswig-Holstein etwa hat Jamaika abgelehnt, obwohl dieser gar im Koalitionsvertrag angekündigt war. 

Damit setzt Jamaika faktisch weiter auf Kriminalisierung, obwohl ein effektiver Verbraucherschutz für alle Seiten zielführender wäre, als Polizei und Justiz mit der Strafverfolgung von Kleinstkonsumenten zu belasten, deren Verfahren ohnehin meist wieder eingestellt werden.

Im Gegensatz zur Drogenpolitik hat sich der Drogenmarkt weiter entwickelt. Beim Cannabis etwa ist der THC-Wirkstoffgehalt durch jahrzehntelange Veredelung so hoch, dass die polizeiinternen Kategorien jetzt nach oben angepasst werden mussten. Das sollte aufhorchen lassen, denn der Cannabiskonsum ist seit 2011 wieder stark angestiegen. Verbote ändern daran nichts. Was wir aber ändern können, sind die gesundheitlichen Gefahren, die vom Schwarzmarkt-Cannabis ausgehen. Durch staatlich kontrollierten Eigenanbau ließe sich der THC-Gehalt auf ein Normalmaß herunter fahren und auf gefährliche Streckmittel verzichten. Und durch eine staatlich kontrollierte Abgabe ließe sich Konsumentenberatung und Jugendschutz gleichermaßen gewährleisten. Und nebenbei würden Steuergelder in die Landeskasse fließen, mit denen sich wiederum Vorbeugungs-, Beratungs- und Behandlungsangebote finanziert werden könnten.

Man muss eben den Mut haben neue Wege zu gehen. Aber entgegengesetzt eigener Ankündigungen scheint Jamaika diesen Mut nicht zu besitzen. Das ist bedauerlich, denn so werden Millionen Konsumenten weiterhin an den Rand der Kriminalität gedrängt. Und von dort aus ist es ein enormer Angang um Hilfe zu bitten, wenn die Dinge erst einmal außer Kontrolle geraten.

Verantwortungsvolle Drogen- und Gesundheitspolitik sieht anders aus.

Weitere Artikel

Pressemitteilung · Sybilla Nitsch · 04.03.2026 Sybilla Nitsch zur Northvolt-Übernahme: Es braucht jetzt Transparenz und Verlässlichkeit

Zur angestrebten zeitnahen Übernahme der deutschen Northvolt-Tochter durch das US-Unternehmen Lyten erklärt die wirtschaftspolitische Sprecherin der SSW-Landtagsfraktion, Sybilla Nitsch:

Weiterlesen

Pressemitteilung · Sybilla Nitsch · 04.03.2026 Sybilla Nitsch: Regierung entdeckt spät, was längst auf dem Tisch liegt

Zur Ankündigung der Landesregierung, eine Reform des Integrations- und Teilhabegesetzes auf den Weg zu bringen, erklärt die innenpolitische Sprecherin des SSW, Sybilla Nitsch:

Weiterlesen

Pressemitteilung · Christian Dirschauer · 04.03.2026 Danfoss Flensburg: Jobs müssen bleiben!

Anlässlich der Berichterstattung über den geplanten Verkauf von Semikron Danfoss in Flensburg erklärt der lokale Abgeordnete und Fraktionsvorsitzende der SSW-Landtagsfraktion, Christian Dirschauer:

Weiterlesen