Rede · 03.05.2006 Verbesserung der Schwimmausbildung

Immer weniger Kinder können sich zum Zeitpunkt ihrer Einschulung ohne Schwimmhilfe über Wasser halten. Viele Kinder waren noch nie im tieferen Wasser. Gerade Eltern aus einkommensschwachen Familien können sich den Eintritt in ein Schwimmbad nicht leisten. Schätzungsweise Zweidrittel der Grundschüler sind Nichtschwimmer.

Das ist nur solange nicht relevant, als dass die Schulen dieses Manko auffangen. Schwimmen gehört zu den grundlegenden Kulturtechniken, die nicht nur Kondition, sondern auch die Motorik schult und darüber hinaus ein schönes Gemeinschaftserlebnis darstellt. Gerade derartiges fachübergreifendes Erleben ist sehr wichtig, befindet sich aber in einer leistungsorientierten Gesellschaft der frühzeitigen Auslese auf dem Rückzug.

Das muss aber nicht zwangsläufig so sein. In den Schulen des Dänischen Schulvereins wird ab der dritten Klasse regelmäßiger Schwimmunterricht durchgeführt. Das stärkt den Klassenzusammenhalt. Fast alle Kinder lernen in kurzer Zeit schwimmen. Viele finden Gefallen daran und werden Mitglied im Schwimmverein oder wenden sich anderen Wassersportarten zu.

Hier werden im besten Sinne den Kindern Werkzeuge an die Hand gegeben, mit denen sie ihre eigenen Neigungen nachgehen können. Ganz nebenbei sinkt bei diesen Kindern natürlich die Gefahr des Ertrinkens in Ferien oder Freizeit.

Die Kleine Anfrage des Kollege Klug zeigt, dass die Landesregierung beim Thema Schwimmen weitgehend im Dunkel tappt. Ich möchte hier nicht der weiteren Ausweitung der statistischen Pflichten für Schulen das Wort reden. Tatsache ist aber, dass die Landesregierung den Umfang des Schwimmunterrichtes in Schleswig-Holstein nicht benennen kann. Das bedauert der SSW und unterstützt daher den Antrag ausdrücklich. Wir müssen wissen, worüber wir reden. Der Sachstand muss auf den Tisch!

Werden aufgrund gekürzter Zuschüsse für die Kommunen weitere Bäder geschlossen, wird es zwangsläufig weniger Schwimmunterricht in den Schulen geben. Doch nicht einmal diese Entwicklung könnte die Landesregierung aufgrund fehlender Daten nachvollziehen.

Die Kooperation mit Schwimmvereinen ist eine gute Idee. Der SSW möchte die Vereine allerdings nicht als Lückenbüßer verstanden wissen. Die Schulen kommen um einen verpflichtenden Schwimmunterricht nicht herum.

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