Speech · 08.05.2003 Ausstellungseröffnung Holger Hattesen

Ansprache anlässlich der Ausstellungseröffnung
Holger Hattesen: Bilder aus dem Landesteil Schleswig


Herzlich willkommen zur unserer Ausstellung. Es ist das erste mal, dass der SSW im Landtag eine Kunstausstellung veranstaltet. Trotzdem ist es uns nicht schwer gefallen, eine Wahl zu treffen und Ihnen als ersten von uns ausgewählten Künstler heute Abend ein Ausschnitt aus dem Werk Holger Hattesens zu präsentieren.

Dafür gibt es aus unserer Sicht – neben den künstlerischen Qualitäten Holger Hattesens, auf die Herr Dr. Drees gleich zu sprechen kommen wird – einige gute Gründe: Holger Hattesen war der dänischen Minderheit im nördlichen Landesteil verbunden. Er war ein treuer Begleiter, der ebenso solidarisch wie kritisch die Arbeit der dänischen Organisationen verfolgte und kommentierte.

Dabei hat er sich in mehr als einer Hinsicht „mit spitzer Feder“ engagiert. Denn Holger Hattesen hat nicht nur Bilder gemalt. Er hat unter anderem auch Diskussionsbeiträge verfasst und als Karikaturist die täglichen Scharmützel in der Minderheit kommentiert.

Holger Hattesen tat sich gewiss nicht – wie manch anderer in seinem Alter – als sturer, undifferenzierter Verfechter des Dänischen hervor. Trotz seines dänischen Standpunktes verortete er sich selbst zwischen deutschen und dänischen Einflüssen und nahm damit eine intellektuelle Öffnung vorweg, die erst für jüngere Generationen zu einem nicht mehr hinterfragten Selbstverständnis geworden ist.

Fast ist man geneigt das Verhältnis Holger Hattesens zur Minderheit mit seinen Landschaftsbildern zu vergleichen, die nichts verschönern, sondern die Wirklichkeit mit ihren Brüchen wiedergibt, so wie Holger Hattesen sie erlebt hat.

Dies gilt auch für sein Verhältnis zum SSW. Holger Hattesen war dem SSW verbunden, den er kritisch-solidarisch begleitete. Diese Verbindung bestand bereits durch das Elternhaus – sein Vater Peter Hattesen war Ratsherr für den SSW in Flensburg. Aber auch selbst hat sich Holger Hattesen immer wieder für den SSW engagiert - wenn auch die Verantwortung für die Kunsthandlung Hattesen ihm keine Zeit für ein eigenes Mandat ließ.

Holger Hattesen verstarb viel zu früh im Jahr 1993 und so ist es auch nur natürlich, dass wir ihn mit dieser Ausstellung ehren. Durch sein Engagement innerhalb der Minderheit und durch seine ebenso zahlreichen Kontakte und Aktivitäten außerhalb war Holger Hattesen eine bedeutende kulturelle Persönlichkeit des Grenzlandes.

Es freut uns deshalb besonders, dass Frau Anni Bøgh Hattesen uns diese Bilder zur Verfügung stellt und das Projekt wohlwollend begleitet hat. Det skal du have vores hjerteligste tak for, Anni. Ebenso sind wir Herrn H. G. Hansen und der Jaruplund Højskole mit dem Leiter Dieter Küssner zu Dank verpflichtet, die ebenfalls Bilder aus ihrem Besitz für die Ausstellung zur Verfügung gestellt haben.

Und schließlich aber nicht zuletzt freuen wir uns, dass Herr Dr. Jan Drees vom Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte – ein profunder Kenner des Werks Hattesens – sich bereit erklärt hat, heute Abend einige einleitende Worte zum Künstler Holger Hattesen zu sprechen.

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