Pressemeddelelse · 25.02.2021 SSW-Ratsfraktion Kiel zu Olympia 2032: kein Schatz, den Kiel jetzt heben kann

Die Festlegung auf Kiel als Austragungsort der Segelwettbewerbe für die Rhein-Ruhr-Olympiabewerbung 2032 stimmt die SSW-Ratsfraktion nachdenklich. Die gewaltigen Potenziale dieser Bewerbung sind mit der aktuellen Leistungsfähigkeit der Mehrheitsfraktionen und der Stadtverwaltung absehbar nicht zu verwirklichen. Dazu erklärt der SSW-Fraktionsvorsitzende Ratsherr Marcel Schmidt:

„Wir können die bei manchen Kieler*innen vorhandene Begeisterung für eine Olympiabewerbung durchaus nachvollziehen. Die Entwicklung, die die Landeshauptstadt mit der Ausrichtung der Segelwettbewerbe 1972 gemacht hat, zeigt das Ausmaß der Möglichkeiten. Olympia birgt das Potenzial, nachhaltig sehr viel Infrastruktur für Kiel Sailing.City zu schaffen und zu halten.

ABER:

1. Der Kieler Norden ist mehr als nur der Kieler Segelhafen. In der aktuellen Stadtbahnplanung ist der Norden noch nicht berücksichtigt. Mit reinen Lippenbekenntnissen der Anbindung des Nordens an die Stadtbahn und ein paar Busverbindungen zu Olympia, die danach wieder eingestellt werden, ist es nicht getan. Ein erster Schritt wäre, in einem belastbaren Beschluss eine leistungsfähige Anbindung an die Stadtbahn schon jetzt festzuschreiben und sicherstellen, dass er nicht das unrühmliche Schicksal des Beschlusses ‚Erste Stadtbahnlinie von Schönberg nach Schilksee‘ (Drs. 0749/2015) von 2015 teilt.

2. Die Landeshauptstadt hat – wie der Rest der Bundesrepublik – erhebliche Schwierigkeiten mit der Corona-Pandemie. Der Haushalt ist schwer belastet; Kaufleute, Unternehmen und die gesamte Wirtschaft sind in großen Schwierigkeiten. Wir bezweifeln, dass es der richtige Weg ist, sich jetzt mit einem Großprojekt zu beschäftigen, bevor diese Sachen nicht in Ordnung gebracht sind. Der Stellenplan der Landeshauptstadt ist auf Kante genäht: Personal, das sich mit Olympia beschäftigt, muss an anderer Stelle abgezogen werden. Wir fragen uns auch, wie sich die von der Corona-Pandemie betroffenen Geschäftsleute fühlen, die um ihren Betrieb bangen und deren Angestellte, die sich Sorgen um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze machen, wenn im Rathaus bereits die nächste Jubelveranstaltung geplant wird. Das werden viele Menschen, die sich Sorgen um ihre Existenz machen, nicht nachvollziehen können.

3. Möbel Höffner führt sowohl die Verwaltung als auch die Mehrheit der Ratsversammlung nach Belieben an der Nase herum. Offenkundig sind weder Verwaltung noch Selbstverwaltung einem schwierigen Investor gewachsen. Wenn die Landeshauptstadt kein Personal dafür hat, den Höffner-Bau zu beaufsichtigen, wie soll das erst bei Olympia werden? Die Maschinerie dieses Komplexes befindet sich mehrere Kragenweiten über der des Möbelkonzerns.

Wir haben den Eindruck, dass Olympia für dieses in vielen Bereichen überforderte Rathaus ein paar Nummern zu groß ist. Die Landeshauptstadt kann absehbar nicht die Verhandlungsposition einnehmen, die sie braucht, um für Kiel das Beste herauszuholen. Bei der jetzigen Maschine würde es nicht reichen, einen Gang zuzulegen. Es müssten auch Motor und Getriebe ausgetauscht werden.“

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