Press release · 11.06.2003 Grenzüberschreitende Studiengänge nicht gegen Profilbildung der Universität Flensburg ausspielen

Die Vorsitzende des SSW im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Anke Spoorendonk, hat gestern mit dem Rektor der Universität Flensburg (UF), Prof. Dr. Heiner Dunckel, die Beschlüsse der Landesregierung zur Hochschulstrukturreform und die Folgen für die Hochschule erörtert. Nach diesem Gespräch erklärt Frau Spoorendonk:

„Den Hochschulen in Schleswig-Holstein steht das Wasser teilweise bis zum Hals. Der Bericht der Expertenkommission zur Hochschulstrukturreform bietet die letzte Chance, den Hochschulen faire Existenz- und Wettbewerbsbedingungen zu geben. Sicherlich müssen einige Vorschläge der Kommission im Detail noch verbessert oder korrigiert werden. Die Landesregierung muss aber jetzt eine grundlegende Reform anpacken, denn es wird auf lange Zeit keine zweite Chance geben.

Die Landesregierung hat glücklicherweise erkannt, dass eine Verlagerung der Studiengänge des Instituts für Internationales Management der UF an die Fachhochschule die grenzüberschreitende Zusammenarbeit gefährdet hätte. Der Verbleib an der Universität sichert, dass die deutsch-dänischen Studiengänge erhalten bleiben und in Zusammenarbeit mit dem dänischen Partner Syddansk Universitet ausgebaut werden können. Das begrüßen wir, denn die Erichsen-Kommission hatte die grenzüberschreitende Bedeutung dieser wirtschaftswissenschaftlichen Studiengänge nicht erkannt.

Allerdings darf der Erhalt der deutsch-dänischen Studiengänge nicht gegen die anderen Vorschläge der Kommission ausgespielt werden. Die Erichsen-Kommission hat sehr deutlich gemacht, dass die Hochschulen im Land nur wettbewerbsfähig sind, wenn sie ihr individuelles Profil schärfen können. Deshalb regt sie für die UF eine Stärkung als erziehungs- und vermittlungswissenschaftliche Bildungsstätte an. Das macht die Landesregierung aber mit ihren weiteren Plänen zunichte.

Der Beschluss der Landesregierung, weiterhin Teile der Realschullehrerausbildung in Kiel zu belassen und die Diplompädagogik nur teilweise in Flensburg zu konzentrieren, ist ein Fehler. Solche Doppelangebote verhindern die Profilbildung der Universität Flensburg als vermittlungswissenschaftliches Kompetenzzentrum des Landes.

Es ist auch falsch, der Universität Kiel die Entscheidung zu überlassen, ob sie am Modellversuch zur Umstellung der Lehramtsausbildungen auf Bachelor- und Master-Studiengänge teilnimmt oder nicht. Diese Reform kann nur funktionieren, wenn sie konsequent für alle Schularten erfolgt.

Die Universität Flensburg hat lange genug darunter gelitten, dass aus Kiel nur halbherzige Unterstützung kam. Sie wurde finanziell vernachlässigt und konnte ihr Profil nicht weiter entwickeln. Die Erichsen-Kommission hat einen realistischen Ausweg aufgezeigt, wie die UF vom Land eine faire Förderung erhalten kann. Dieser Weg muss jetzt endlich beschritten werden.

Wir fordern ein klares Bekenntnis der Landesregierung zur Profilbildung der Universität Flensburg. Sie muss verbindlich erklären, dass das Realschullehramt und die Erziehungswissenschaften in den nächsten Jahren in Flensburg konzentriert werden und dass sie die Einrichtung eines Zentrums für Bildungsforschung in Flensburg fördern wird.

Der Bericht der Expertenkommission zur Hochschulstrukturreform war als letzter Rettungsanker für die Hochschulen in Schleswig-Holstein gedacht. Änderungen an diesem Konzept sind notwendig. Die Landesregierung versucht aber, einzelne Glieder aus der Ankerkette zu entfernen, statt sie solide umzuschmieden. Damit wird sie Schiffbruch erleiden."

Weitere Artikel

Press release · Sybilla Nitsch · 05.11.2026 Bahnverbindung nach Dänemark: Madsen ohne Züge und ohne Plan

Die Landesregierung hat keine geeigneten Ersatzzüge für die Verbindung zwischen Flensburg und Dänemark und rechnet mit einer weiteren Verlängerung des Busverkehrs. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der SSW-Landtagsfraktion hervor. Hierzu erklärt die verkehrspolitische Sprecherin der SSW-Landtagsfraktion, Sybilla Nitsch:

Weiterlesen

Press release · Sybilla Nitsch · 02.11.2026 LNG-Terminal Brunsbüttel droht zum nächsten Millionengrab zu werden

Eine neue Studie im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe (DUH) kommt zu dem Ergebnis, dass synthetisches Methan als Ersatz für fossiles Flüssigerdgas zu ineffizient und zu teuer ist. Damit wachsen auch die Zweifel an der Zukunftsperspektive des LNG-Terminals in Brunsbüttel. Dazu erklärt die wirtschafts- und energiepolitische Sprecherin der SSW-Landtagsfraktion, Sybilla Nitsch:

Weiterlesen

Press release · Christian Dirschauer · 02.11.2026 Gesunde Ernährung darf keine Frage des Geldbeutels sein

Vor den Tafeln stehen die Menschen Schlange. Doch wie viele Menschen in Schleswig-Holstein tatsächlich von Ernährungsarmut betroffen sind, weiß niemand genau. Dabei reicht das Problem weit über diejenigen hinaus, die auf Lebensmittelspenden angewiesen sind. Der SSW fordert deshalb mit einem Landtagsantrag ein landesweites Handlungskonzept gegen Ernährungsarmut. Dazu erklärt der Vorsitzende der SSW-Landtagsfraktion, Christian Dirschauer:

Weiterlesen