Pressemeddelelse · 20.01.2021 Kaufleute in Not: SSW-Ratsfraktion Kiel mahnt Ampelkooperation und Verwaltung schneller zu werden

Die SSW-Ratsfraktion Kiel stellt fest, dass die durch den Corona-Lockdown forcierten wirtschaftlichen Probleme der Kaufleute aus der Holtenauer Straße, aber auch vieler anderer Kaufleute in Kiel, durchaus hätten vermindert werden können, wenn die Mehrheitskooperation sich entschlossener mit den Problemen des Einzelhandels und der Kaufleute beschäftigen würde. Dazu erklärt Ratsherr Marcel Schmidt, Vorsitzender der SSW-Ratsfraktion.

„Was wir zum Thema Wirtschaft von Seiten der Ampelkooperation hören, geht leider zu selten hinaus über Gutachten, Vertagungen, Worthülsen und leeres Gerede über Gründer. Die Geschäftsinhaber*innen der Holtenauer Straße, aber auch viele andere Kaufleute in Kiel, die mit dem verlängerten Lockdown um ihre wirtschaftliche Existenz bangen, hatte die Ampel bisher offenbar nur bedingt auf dem Zettel. Dabei steht seit Monaten fest, dass die zweite Welle der Corona-Infektionen drastische Beschränkungen mit sich bringen würde.

Leider ist, trotz mehrerer, seit vielen Monaten vorliegender Anträge und Konzepte eher wenig passiert, um den Einzelhandel und den Kaufleuten zu helfen. Nun rächt sich die gängige, umständliche Arbeitsweise der Delegation von Entscheidungen an Gutachter und Sachverständige durch die Kooperation. Nichts gegen Sachverstand, es darf nach unserer Auffassung auch gerne externer Sachverstand sein, aber die Entscheidungen müssen von den gewählten Ratsleuten getroffen werden und vor allem müssen sie zeitgerecht getroffen werden. Der Einzelhandel und die Kaufleute benötigen jetzt Unterstützung und nicht erst nach aufwändiger Diskussion noch aufwändigerer Gutachten. Wir müssen uns jetzt darum kümmern, die 'Kiel hilft Kiel'-Plattform zu verbessern und an die Bedürfnisse der Geschäftsleute anzupassen. Der Zustand der Kooperation ist nicht wirklich interessant, es ist der Zustand unserer Stadt, die sich im Würgegriff der Corona-Pandemie befindet, der uns Sorgen macht. Wir wollen nicht wissen, was in den letzten Jahren war, sondern wie die Selbstverwaltung zusammen mit der Verwaltung die Stadt sicher durch das schwere Pandemie-Unwetter steuert und dabei darauf achtet, dass keine Existenzen über Bord gehen. Es geht jetzt darum, die Probleme entschlossen anzugehen und zügig die notwendigen Entscheidungen zu treffen. Das betrifft nicht nur die gut vernetzten Kaufleute der Holtenauer Straße, deren Hilferufe wir wegen ihres hohen Organisationsgrades überhaupt vernehmen können: In allen Kieler Stadtteilen gibt es inhabergeführte Geschäfte, die Antworten und Hilfestellungen in der Krise benötigen. Der Hilferuf aus der Holtenauer ist nur die Spitze des Eisbergs.“

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