Tale · Flemming Meyer · 11.03.2004 Stufenplan für Unterrichtsversorgung

Gerade im Bericht zur Unterrichtssituation im Jahre 2002/03 wurde deutlich, dass der Unterrichtsausfalls ein großes Problem ist. Die Landesregierung hat reagiert und einen Plan zur vermehrten Einstellung von Lehrkräften vorgestellt, der jetzt auch den Zugang zum Unterrichten für Quereinsteiger ermöglicht. Darüber hinaus hat sie die Aktion ‚Jede Stunde zählt’ für die verlässliche Grundschule ins Leben gerufen. Das bisherige Fazit kann sich sehen lassen: 75 % weniger Unterrichtsausfall im Vergleich zum Vorjahr.

Der SSW ist der Auffassung, dass das Programm ‚Jede Stunde zählt’ sich bewährt hat, egal was die Kollegen der CDU oder FDP davon halten. Denn dadurch ist die Situation in den Schulen verbessert worden. Nun kann man natürlich sagen, es hätte früher etwas in der Richtung passieren können, aber es nützt nichts über verschüttete Milch zu klagen. Immerhin passiert nun etwas.

Ein Stufenplan für Unterrichtsversorgung wäre zu begrüßen, wenn damit gemeint ist, dass das Konzept von ‚Jede Stunde zählt’ und der verlässlichen Grundschule ergänzt werden soll. Skeptisch wäre ich jedoch, wenn damit die Forderung nach einer verbindlichen Stundentafel gemeint ist. Ich weiß, dass es die verbindliche Stundentafel in vielen anderen Bundesländern gibt. Die bundesweite Debatte zum Thema Unterrichtsausfall zeigt jedoch, dass sie nicht die Universallösung ist.

Mit der verbindlichen Stundentafel gäbe es dann vielleicht einen einklagbaren Unterricht, doch was nützt es den Eltern, wenn sie Recht bekommen? Die Gegebenheiten für die Erteilung des Unterrichts werden dadurch nicht geschaffen. Diese können nur durch politische Beschlüsse hierzu und Bereitstellung von Mitteln geschaffen werden.

Wir sagen daher, dass es wichtig ist, ein gutes praxisorientiertes Konzept für die Schulbildung zu erarbeiten, das sich selber tragen kann. Die Situation an den Schulen hat gezeigt, dass es nichts bringt, überall Mittel „reinzubuttern“. Wir müssen uns daher die Fragen stellen: „Wie schaufeln wir Ressourcen frei und wie setzen wir sie dann sinnvoll ein?“ Lehrermangel und Finanzknappheit sind zu beklagen, aber davon wird es nicht besser. Die vorhandenen Ressourcen müssen wenigstens sinnvoll eingesetzt werden.

Sogar Peter Harry Carstensen hat festgestellt, dass durch die Zusammenlegung von Schularten Ressourcen frei werden, die dann für die inhaltliche Verbesserung dieser Schularten genutzt werden können. Dass er zurück gepfiffen wurde, ist bedauerlich, da die CDU hiermit eine Chance vertan hat und im Übrigen nur den Status Quo der geteilten Schule zementiert.

Der SSW wirbt weiterhin dafür, dass wir komplett umdenken müssen und nicht nur Symptome wie Unterrichtsausfall oder ähnliches behandeln. Unser Schulsystem ist veraltet und dies zeigt sich eindeutig an den Ermüdungserscheinungen – der Unterrichtsausfall ist nur eine davon. Die ungeteilte Schule wäre aus unserer Sicht der richtige Weg.

Wir begrüßen daher ebenfalls, dass sich endlich auch die SPD für eine ungeteilte Schule bis zur zehnten Klasse einsetzt. Damit haben wir eine politische Mehrheit für die Abschaffung des dreigliedrigen Schulwesens in Schleswig-Holstein. Die ungeteilte Schule ist gerechter, flexibler und kostengünstiger. Wir fordern deshalb, dass der Einstieg in die flächendeckende Einführung der ungeteilten Schu­le noch vor der Landtagswahl beginnt

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