Tale · Lars Harms · 26.03.2021 Wir brauchen gerechte Ausgleichszahlungen in allen Bereichen

„Fairness sollte nicht nur auf dem Spielfeld gelebt werden, sondern eben auch von Seiten des Staates.“

Rede zu Protokoll gegeben.

Lars Harms zu TOP 35 - Faire Verteilung der Corona-Hilfen auch für den Profisport (Drs. 19/2874)

Ein Jahr Pandemie bei uns im Land. Ein Jahr ohne große Sportveranstaltungen. Ein Jahr ohne volle Ränge in den Stadien und Hallen. Ein Jahr ohne Einnahmen aus dem Ticketverkauf. Kasse leer, aber der Ball muss trotzdem laufen. Das ist natürlich nur plakativ gesprochen. Nichtdestotrotz ist die Lage im überregionalen Mannschaftssport auch bei uns im Land angespannt. Auch wenn vieles gut läuft, die Vereine Hygienekonzepte erstellt haben und einen ganz neuen Arbeitsalltag etabliert haben. So fehlt vor allem auch der direkte Kontakt mit den Fans, aber tatsächlich fehlt es auch an Einnahmen. Vor diesem Hintergrund gibt es auf Bundesebene das Programm „Coronahilfe Profisport 2021“. Halt; stopp – was ist mit dem Jahr 2020? Das ist eine berechtigte Frage, die eben auch im Kern hier im Antrag der regierungstragenden Fraktionen dargestellt wird. Konkret geht es um folgendes, am Beispiel vom VfB Lübeck. Der Verein hat kürzlich die Spielklasse gewechselt und ist in der vergangenen Saison von der Regionalliga in die nun dritte Bundesliga aufgestiegen. Das bedeutet eben ganz andere Rahmenbedingungen, wie etwa die Anzahl der Zuschauer, aber eben auch in Bezug auf eine überarbeitete Infrastruktur. Für die Lübecker stellt sich also in zweierlei Hinsicht eine deutliche Umstellung ein, der Wechsel der Liga und die neuen Umstände in Bezug auf die Pandemie. Aus Medienberichten konnte ich entnehmen, dass der VfB Lübeck 2019 keinerlei Mindereinnahmen zu verzeichnen hatte. Beim Wechsel in die dritte Liga sind jedoch erhebliche Mehrkosten entstanden. Wie soll diese Situation also kompensiert werden?  Bei einem System, dass nur ganz enge Kriterien für Hilfszahlungen im Jahr 2020 vorsieht, kann man sich sehr schnell ausrechnen, dass der VfB schnell hinten runter fällt.  Ähnliche Berichte kennen wir glaube ich mittlerweile alle aus dem Bereich der Gastronomie, etwa bei Neueröffnungen oder Inhaberwechsel von Restaurants. Aus Sicht des SSW ist es einfach nicht fair, wenn ein solcher Verein wie der VfB Lübeck keine angemessene Entschädigung bekommt. Dass ein Aufstieg nur auf Grund von Formalien zu einem finanziellen Abstieg wird, darf einfach nicht sein. Es ist daher nur begrüßenswert, dass vom Bund eine korrigierte Neuauflage für das Jahr 2021 aufgelegt wurde.  Schieflagen aus dem vergangenen Jahr werden dadurch aber nicht abgegolten. Vor diesem Hintergrund begrüßen wir es, wenn die Landesregierung hier aufgefordert wird, in Berlin für eine Nachbesserung zu werben. Das würde helfen, die Vereine in eine ähnliche Ausgangslage zu bringen, wie sie eben vor Ausbruch der Krise war.  Fairness sollte nicht nur auf dem Spielfeld gelebt werden, sondern eben auch von Seiten des Staates. 

Alles in allem, können wir als SSW den Antrag der regierungstragenden Fraktionen klar unterstützen. Wir brauchen gerechte Ausgleichszahlungen, im Profisport wie auch in allen anderen Lebensbereichen. Vor diesem Hintergrund sollten wir nicht nachlassen, als Landespolitik die Ausgleichszahlungen penibel zu durchleuchten und eben den Bund auch auf Nachbesserungen aufmerksam zu machen um gemeinsam die bestmöglichste Lösung zu finden. 

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