Rääde · Lars Harms · 24.09.2016 Dankesrede von Lars Harms nach der Nominierung

SSW Landesparteitag 2016Lars Harms, Dankesrede zu TOP 5 – Wahl zu Platz 1 der SSW-Landesliste zur Landtagswahl 2017

Es gilt das gesprochene Wort. 

Kære venner,

liiw följkens,

liebe Freunde,

mange tak for den tillid som flertallet af jer delegerede har givet mig. Jeg kan love jer at jeg vil gøre alt hvad der står i min magt for at være denne tillid værdigt. Jeg vil give 100% for at vi som SSW i 2017 får det bedst mulige resultat til landdagsvalget. Jeg er godt klar over, at vi som SSW står overfor store udfordringer til landdagsvalget 2017. 

Det er første valg vi som regeringsparti går ind i. Det bliver ikke nemt. Men jeg mener at vi med ranket ryg og god selvbevidsthed kan gå ind i denne vigtige valgkamp. Hvis vi står sammen og kæmper godt, så er jeg overbevist at vi også i fælleskab består denne politiske prøve. Tak for at i understøtter mig.

Liebe Freunde, vielen Dank für das Vertrauen, dass ihr in mich setzt. Ich werde alles versuchen, um dieses Vertrauen in den kommenden Jahren zu rechtfertigen. Das schaffe ich nicht alleine. Das schaffe ich nur, wenn alle in der Partei an einem Strang ziehen und mich unterstützen. Nur gemeinsam sind wir stark. 

Mein Ziel ist es, als Spitzenkandidat des SSW zur Landtagswahl 2017 ein so gutes Ergebnis wie möglich zu erzielen. Aber ein gutes Wahlergebnis ist für mich kein Selbstzweck. Ich möchte die SSW-Politik, die wir gemeinsam auf Parteitagen beschließen, zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger umsetzen. Ich möchte also Politik machen, um etwas zu bewegen und um unser Land voranzubringen. 

Deshalb bin ich auch der Ansicht, dass der SSW auch nach der Landtagswahl 2017 weiterhin an der Koalition teilnehmen sollte. Noch nie haben wir so viele unserer politischen Ziele umgesetzt wie in den letzten Jahren der Regierungsbeteiligung, liebe Freunde. Die Minderheitenpolitik ist nur die Spitze des Eisberges der Umsetzung unserer politischen Ziele. Über 90 Forderungen aus dem Wahlprogramm des SSW sind bereits seit der Landtagswahl von der Koalition mit unserer Beteiligung umgesetzt worden. Ich finde, wir können als Minderheitenpartei stolz darauf sein, dass unsere politische Handschrift sehr deutlich in dieser Koalition zu sehen ist. 

Natürlich auch großen Dank an unsere hervorragende Ministerin für Justiz, Europa und Kultur, Anke Spoorendonk. Tak for din indsats i landsregeringen, kære Anke, og tak for det gode samarbejde. Danke auch an Ministerpräsident Torsten Albig für die gute Zusammenarbeit in den letzten Jahren. Du bist ein guter Ministerpräsident und geht es nach uns, bleibt es auch die nächsten fünf Jahre so. 

Denn wenn die Wählerinnen und Wähler dies auch so wollen, dann sollte die jetzige Koalition auch nach 2017 weiterregieren und zwar mit dem SSW als Regierungspartner. Eines ist aber auch jetzt schon klar: Wenn man als Bürgerinnen und Bürger will, dass diese erfolgreiche Koalition auch nach 2017 weitermacht, dann muss man den SSW wählen. Denn nur ein starkes Wahlergebnis des SSW ist der Garant dafür, dass es nicht erneut zu einer Großen Koalition oder gar zu einer Schwarz-Grünen Regierung kommt.  

Natürlich wird sich der SSW nicht um jeden Preis an der Regierung beteiligen. Wir haben ein klares politisches Profil und ein klares politisches Programm. Nur wenn wir dies im Regierungsprogramm einer neuen Koalition wiederfinden können, dann werden wir auch weiter mitregieren. Wir wollen die Bürgerinnen und Bürger davon überzeugen, dass eine Stimme für den SSW eine Stimme für eine positive Entwicklung des Landes ist. Wer den SSW wählt, weiß was er bekommt.

Denn die politische Arbeit des SSW ist stark geprägt von Werten, die wir alle teilen. Wir wollen uns nicht damit abfinden, dass wir eine geteilte Gesellschaft haben, wo nur die Stärkeren mit dem gutsituierten Elternhaus sich durchsetzen und alle Privilegien haben. Ich möchte eine Gesellschaft haben, in der alle die gleichen Chancen haben, sich zu entwickeln, sich auszubilden und gute Arbeit zu bekommen, von der man leben kann. Kurz um: wir wollen eine soziale Gesellschaft, die diesen Namen auch verdient. 

Deshalb setzen wir uns auch für eine Gesellschaft ein, in dem den Schwachen geholfen wird – zum Beispiel in dem wir im Bildungsbereich noch mehr Lehrer in die Schulen oder mehr Pädagogen in die Kitas schicken, damit Schulen und Kitas ihrem Bildungsauftrag auch wirklich nachkommen können. Denn die soziale Ungleichheit beginnt bei unseren Kindern. Das müssen wir ändern.

Eine soziale Gesellschaft braucht natürlich auch Arbeitsplätze und Unternehmen, die sich gut weiterentwickeln können. Ich möchte, dass wir als SSW unser Augenmerk noch mehr als bisher darauf richten, eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung für die Unternehmen des Landes voranzubringen. Wir müssen dabei noch mehr als bisher auch unsere Nähe zu Dänemark und Skandinavien nutzen, um wirtschaftliches Wachstum zu generieren. 

Eine bessere Gesellschaft, wie wir sie uns vorstellen, braucht natürlich auch eine intakte Natur, Wälder und Deiche, die auch den kommenden Klimawandel standhalten. Als Friese stehe ich daher für eine nachhaltige Umweltpolitik, die dafür sorgt, dass auch die kommenden Generationen noch hier in unserem schönen Schleswig-Holstein leben können. Das geht nur wenn, wir einen Ausgleich zwischen Umwelt, Wirtschaft, Küstenschutz und anderen Dingen hinbekommen. Hier die richtigen Kompromisse hinzubekommen, ist die große Stärke des SSW.

Gerade im Energiebereich hat unser Land viel zu bieten. Ich als Westküstenbewohner weiß, wo von man redet, wenn es um den Ausbau der Windenergie und der alternativen Energien geht, die ein enormes Arbeitsplatz- und Wachstumspotential für die schleswig-holsteinische Wirtschaft haben. Tariftreuegesetz und Mindestlohngesetz sowie gut organisierte Gewerkschaften, die für flächendeckende Tarifverträge sorgen, helfen unserer mittelständischen Wirtschaft gegen unlauteren Wettbewerb und Dumpinglöhne. Für so eine Politik stehen wir auch. Denn eine florierende Wirtschaft mit gut verdienenden Mitarbeitern und starken Arbeitnehmervertretern gehört zu einer sozialen Gesellschaft. 

Zu einer sozialen Gesellschaft gehört auch, dass wir den Flüchtlingen, die vor Krieg und Vertreibung zu uns kommen, aufnehmen und helfen – ohne wenn und aber. Natürlich ist das eine enorme Herausforderung  - gerade bei der Integration. Aber wir müssen diesen Menschen und ihren Kindern helfen. Unsere humanitären Ideale verpflichten uns dazu. Selbstverständlich darf dies nicht dazu führen, dass wir anderswo im sozialen oder im Bildungsbereich Geld einsparen. Das wird es mit uns nicht geben. Man darf diese Herausforderungen nicht gegeneinander ausspielen. Das wäre fatal für die zukünftige Entwicklung unserer Gesellschaft. Hier heißt es dann nicht nur „Wir schaffen das!“ sondern vielmehr „Wir machen das!“

Ja, liebe Freunde. Es ist viel passiert seit dem letzten Parteitag. Wir leben in unruhigen Zeiten. Viele Menschen sind verwirrt und verunsichert. Schleswig-Holstein hat viele tausende Flüchtlinge aufgenommen. Ich bin stolz darauf, dass die allermeisten Bürgerinnen und Bürger diese Flüchtlinge, die vor Krieg und Gewalt fliehen, positiv aufgenommen haben. Aber obwohl die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung sehr positiv ist, beginnt die Stimmungslage auch in Schleswig-Holstein angespannter zu werden. Die Flüchtlingskrise, die Kriege im Nahen Osten und die vielen Terroranschläge in Europa haben dazu geführt, dass die Bürgerinnen und Bürger unsicher sind und verstärkt Zukunftsängste haben. Die Diskussion um Innere Sicherheit und Flüchtlinge scheint immer mehr im Zentrum der politischen Debatte zu stehen – auch in Schleswig-Holstein.

Wir brauchen mehr, gut ausgestattete und gut ausgebildete Polizisten, um viele der bedenklichen Entwicklungen im Griff zu bekommen. Das ist richtig und dafür steht der SSW auch. Dafür steht auch die Küstenkoalition. Aber wir werden nicht unsere Freiheit und Demokratie aufgeben, um Terroristen zu bekämpfen. Wir werden keine sinnlosen Gesetze erlassen, nur um verlogene Kulturdebatten zu gewinnen. Würden wir so agieren, dann gewinnen wir gar nichts. Im Gegenteil wir verlieren uns selbst und unsere demokratische Kultur. 

Die letzten Landtagswahlen in vielen Bundesländern haben gezeigt, dass Teile der Wählerschaft in Aufbruch sind und dass auch in Deutschland der Rechtspopulismus hoffähig geworden ist. Bei fast allen Wahlen haben die regierenden Parteien und die etablierten Parteien von den Wählerinnen und Wählern weniger Zuspruch bekommen. Dies gilt auch für kleinere Parteien. Allerdings wählen immer noch 80 bis 90 % der Menschen demokratische Parteien. Das lässt auch ein wenig hoffen.

Ein Übernehmen der rechten Parolen oder rechten Politik hilft nur den rechtspopulistischen Parteien. Das wird es mit dem SSW nicht geben. Was also tun? Ich bin überzeugt davon, dass wir uns nicht verbiegen dürfen. Der SSW hält einen klaren humanistischen Kurs mit unseren festen Grundwerten und ändert seine Haltung nicht nach dem Wind, liebe Freunde. 

Wir laufen den Rattenfängern nicht hinterher, sondern werden im Wahlkampf für unsere Ziele und für unsere Werte kämpfen. Wir stehen für eine demokratische und humanistische Politik. Wir stehen für die Gleichberechtigung von Frau und Mann. Wir stehen für gleiche Rechte für Homosexuelle. Wir stehen für Meinungsfreiheit und für Religionsfreiheit. Und wir stehen für Rechtsstaatlichkeit. Wir stehen für eine progressive Minderheitenpolitik. Wir stehen für soziale Gerechtigkeit. Kurz um: Wir stehen für das deutsche Grundgesetz und für ein weltoffenes und tolerantes Land. Diese Positionen werden wir niemals aufgeben. 

In diesen unruhigen und unsicheren Zeiten braucht man Politiker, auf die man vertrauen kann. Die Bürgerinnen und Bürger brauchen Politiker, die nach der Wahl, das tun, was sie vor der Wahl versprochen haben. Der SSW prägt schon seit Jahrzehnten die Kommunal- und Landespolitik in Schleswig-Holstein mit. Die SSW-Politikerinnen und SSW-Politiker sind seit jeher dafür bekannt, dass sie bodenständig und pragmatisch Politik für die Bürgerinnen und Bürger machen. Auf SSW-Politiker kann man sich verlassen. Der SSW hält Wort. 

Wir werden gleich die gesamte Landesliste des SSW wählen. Wir haben als SSW viele gute Kandidatinnen und Kandidaten aufgestellt. Ich freue mich auf den kommenden Wahlkampf mit euch. Wir gehen optimistisch, einig und mit breiter Brust in den kommenden Wahlkampf. 

Also auf zur Landtagswahl 2017: WIR MACHEN DAS!!!!!!

Tak for ordet.

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