Rääde · 25.03.2022 Tierschutzbericht Schleswig-Holstein

Christian Dirschauer zu TOP 60 - Tierschutzbericht Schleswig-Holstein Drs. 19/3556

Rede zu Protokoll gegeben

Vorweg möchte ich den zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Erstellung dieses ausführlichen Tierschutzberichts danken. Aus dem Bericht geht deutlich hervor, wie umfangreich die Aspekte des Tierschutzes sind, obwohl er sich hierbei nur auf Schwerpunktthemen von Aktivitäten und erreichten Fortschritten konzentriert. Dies macht aber deutlich, wie umfassend Tierschutz ist und es wird deutlich, dass der Tierschutz im gesellschaftlichen Zusammenhang immer wichtiger wird. 
Als SSW haben wir beispielsweise in dieser Wahlperiode dafür gesorgt, dass unseren Tierheimen mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden konnten. Damit konnten sie ihre notwendigen Investitionen tätigen und die Kosten bedienen. Mit unserer Initiative konnten wir somit den Tierheimen helfen. Wie wichtig diese Hilfe ist, zeigte sich während der Coronapandemie, als unter anderem Homeoffice bei vielen den Wunsch nach einem Haustier auslöste. Dieser Boom wirkte sich entsprechend auf die Tierheime aus, als die Haustierbesitzer wieder an den Arbeitsplatz zurückkehrten und die Tiere an die Tierheime abgegeben wurden.
Gerade in diesen Tagen stellen wir fest, dass der Krieg in der Ukraine nun auch unsere Tierheime vor neue Herausforderungen stellt. Die geflüchteten Menschen, die alles Hab und Gut zurücklassen mussten, es aber nicht übers Herz bringen konnten ihre geliebten Haustiere zurückzulassen, müssen nun ihre Tiere bei uns in Quarantäne bringen. Bis die Tiere wieder abgeholt werden dürfen, verursacht dies zusätzliche Kosten für die Tierheime. Hier sagen wir für den SSW ganz klar, dass die Tierheime nicht im Stich gelassen werden dürfen. 
In Zusammenhang mit dem wachsenden Wunsch, ein Haustier zu besitzen, wurde ein weiteres Problem deutlich – der Onlinehandel mit Tieren. Gerade bei Hunden oder exotischen Tieren, gibt es einen unkontrollierten Zulauf. Hunde, die häufig im Ausland wie Gebärmaschinen gehalten werden, damit die Welpen auf deutschen Parkplätzen an den Autobahnen illegal verramscht werden können. Es hat sich gezeigt, dass eine Vielzahl der Hunde nicht geimpft oder von anderen Krankheiten befallen waren. Die Besitzer hatten damit nicht die Freude an dem Tier, wie sie es sich erhofft hatten und teilweise mussten sie sogar von ihren Leiden erlöst werden.
Es geht dabei um Missbrauch von Tieren, um Tierquälerei und einem organisierten anonymen Handel mit Tieren und ich sage ganz klar: solche Geschäftspraktiken müssen gesetzlich verboten werden.
Es wurde deutlich, dass es Regelungs- und Sanktionsbedarf beim Online-Handel mit Tieren gibt. Das wurde zuletzt deutlich in einer mündlichen Anhörung im Ausschuss. Sachkundenachweis, Identitätsprüfung oder Rückverfolgbarkeit fehlen häufig beim Online-Handel. 
Nach Angaben von PETA wurden in 2020 rund 350.000 Reptilien aus Ländern außerhalb der EU nach Deutschland eingeführt. Das ist nahezu eine Verdopplung gegenüber 2018 oder 2019. Neben den Reptilien sind es aber auch Fische, Amphibien, Insekten, Spinnen, Vögel und Säugetiere die nach Deutschland eingeführt werden. Problematisch wird es insbesondere dann, wenn diese Tiere aus ihrem natürlichen Lebensraum entnommen werden, obwohl sie in ihrem Herkunftsland unter Schutz stehen, jedoch keinen internationalen Schutzstatus haben. Auch dort wurde deutlich, es braucht klare Regeln für den Handel mit exotischen Tieren, um diese stärker zu reglementieren und einzuschränken.
Allein an diesen Beispielen wird deutlich, wie vielfältig die Arbeit im Bereich des Tierschutzes ist. Es wird aber auch deutlich, dass es im Bezug auf Tierhandel im Internet noch sehr viel Regelungsbedarf gibt. Und dort ist es Aufgabe der Politik, entsprechende Regelungen zu gestalte., Aber es zeigt sich auch, dass das sehr dicke Bretter sind und wir noch einen weiten Weg vor uns haben.
 

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