Präsemadiiling · 21.06.2019 Darauf können wir gerne ein bisschen stolz sein

Der Landtag hat heute auf Initiative des SSW einen fraktionsübergreifenden Antrag beschlossen, in dem die Landesregierung aufgefordert wird, dem Europarat zahlreiche erfüllte Bestimmungen zur Charta der Regional- und Minderheitensprachen nachzumelden. Hierzu erklärt der Vorsitzende des SSW im Landtag, Lars Harms:

Lars Harms am Meer

Schleswig-Holstein hat europaweiten Vorbildcharakter, wenn es um den Schutz und die Förderung von Minderheitensprachen geht.

Dass wir heute in einem Bundesland leben, in dem Minderheitensprachen nicht nur aktiv gelebt, sondern auch im öffentlichen Raum erlebt werden können, kommt nicht von ungefähr. Ganze Generationen von SSW-Politikern haben dafür unermüdlich im Landtag gestritten. Ab 1988 auch mit Unterstützung der bzw. des jeweiligen Minderheitenbeauftragten und schließlich, von wenigen unrühmlichen Ausnahmen abgesehen, im parteiübergreifenden Konsens.

Die europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen ist nicht nur eine Gebrauchsanleitung, sondern auch ein Gradmesser für gute Sprachen- und Minderheitenpolitik in Europa. Dass Deutschland ganz vorn dabei ist, wenn es um die Erfüllung der Kriterien geht, liegt nicht zuletzt an den Fortschritten, die wir hier in Schleswig-Holstein gemacht haben.

Allein in der vergangenen Legislaturperiode, unter erstmaliger Regierungsbeteiligung des SSW, konnten zahlreiche weitere Verbesserungen erzielt werden. So ist die Gleichstellung der Schulen der dänischen Minderheit mittlerweile im Schulgesetz als auch in der Landesverfassung verankert. Gleiches gilt für den Friesisch- und Niederdeutsch-Unterricht, der mittlerweile auch in Kitas gefördert wird. Friesen und Dänen können heute in ihrer eigenen Sprache mit den Behörden kommunizieren, und ja: selbst Publikationen des Landtags werden heute zunehmend dreisprachig verfasst.

Dies sind nur einige Beispiele für zusätzliche Charta-Kriterien , die wir mittlerweile erfüllen, die dem Europarat aber nicht nachgemeldet wurden. Dies werden wir jetzt nachholen. Nicht etwa um uns selbst auf die Schulter zu klopfen, sondern weil wir damit auch europaweit die Latte höher legen, wenn es um den Schutz und die Förderung von Minderheiten- und Regionalsprachen geht. Darauf können nicht nur wir, sondern alle demokratischen Parteien im Landtag gerne ein bisschen stolz sein.

Weitere Artikel

Rääde · Jette Waldinger-Thiering · 21.02.2020 Inklusion an Schulen mit Geduld und Ehrgeiz weiterentwickeln

Wir wollen nicht nur den Anteil der inklusiv beschulten Kinder erhöhen, sondern die Inklusion vor allem auch qualitativ weiterentwickeln. Und weil wir wissen, dass es dabei nicht zuletzt um Ressourcen geht, sind wir natürlich immer bereit, weitere Aufstockungen mitzutragen.

Weiterlesen

Rääde · Flemming Meyer · 21.02.2020 Transparenz und Akzeptanz in in Sachen Nitrateintrag schaffen

Das was wir jetzt erleben, ist ein Gezerre um eine Düngeverordnung, das auf Misstrauen und Existenzangst zurück zu führen ist. Damit ist niemandem geholfen. Sowohl im Messverfahren wie auch im -Umfang muss es Verbesserung geben. Nichts destotrotz sehen wir auch die Landwirtschaft in der Verantwortung zur Verbesserung beizutragen.

Weiterlesen

Rääde · Lars Harms · 21.02.2020 Wir brauchen Wertschöpfung in der Region

Diese Beteiligungsmöglichkeiten müssen nicht nur für Leute offen sein, die 10.000 Euro anlegen wollen, sondern auch für die, die nur 50 oder 100 Euro überhaben.

Weiterlesen