Press release · 06.02.2017 Die Zukunft des Jütland-Korridors ist wichtiger als parteipolitische Spielchen

Zur Diskussion über einen sechsspurigen Ersatz für die Rader Hochbrücke erklärt der Vorsitzende des SSW im Landtag, Lars Harms:

Dass ausgerechnet CDU-Kollege Hans-Jörn Arp es „unverantwortlich“ findet, wenn Verkehrsminister Reinhard Meyer sich erneut für ein sechsspuriges Bauwerk stark macht, überrascht. 

Denn „es wäre kurzsichtig, dieses auf viele Jahrzehnte ausgerichtete Bauwerk als künftiges Nadelöhr zu errichten.“ So begründete zumindest die CDU-Kreistagsfraktion Rendsburg-Eckernförde im Jahr 2014 ihre Forderung an Meyer, er solle sich beim Bund für einen sechsspurigen Ersatzbau einsetzen. 

Dass die Halbwertzeit von CDU-Forderungen in SH gelitten hat, wissen wir ja nicht erst seit dem Richtungsschwenk bei G8/G9. Dennoch überrascht es, wie unreflektiert Autobahnfreund Arp hier auf Minister Meyer schießt, obwohl der Bremsklotz in Sachen Rader Hochbrücke seit jeher in Berlin sitzt. 

Das erneute Werben der Landesregierung für eine sechsspurige Querung ist nicht unverantwortlich, sondern absolut nötig. Schließlich lässt sich anhand der neuesten Verkehrszahlen eindeutig belegen, was der Bundesverkehrsminister stets abgestritten hat: Die Zahl der Fahrzeuge über die Rader Hochbrücke ist wesentlich höher als bisher angenommen. Das Nadelöhr Nordostseekanal ist also kein theoretisches Risiko mehr, sondern ein konkret absehbares Problem. 

Unverantwortlich ist deshalb vielmehr, dass die CDU lieber parteipolitische Süppchen kocht als daran mitzuwirken, dass der für Schleswig-Holstein und Skandinavien lebenswichtige Jütland-Korridor auch für zukünftige Verkehrsströme ertüchtigt wird. 

2015 hatte Daniel Günther noch öffentlichkeitswirksam befürchtet, die Dänen würden sich „richtig Sorgen“ machen wegen des Zustandes der Rader Hochbrücke. Es könne gar zu Abwanderungen dänischer Betriebe südlich der Elbe kommen, so Günthers „Eindruck“. Dem dänischen Verkehrsminister waren derlei Befürchtungen zwar gänzlich unbekannt, aber die postfaktische Anteilnahme der CDU war schon rührend. 

Davon war in den letzten Tagen, als sich führende dänische Politiker und Spediteure besorgt zeigten, eine vierspurige Querung könne zum Flaschenhals für den Warentransport werden, allerdings nichts mehr zu spüren. 

Auch der CDU sollte einleuchten: Die Zukunft des Jütland-Korridors ist wichtiger als parteipolitische Spielchen. 

Weitere Artikel

Press release · Christian Dirschauer · 11.09.2026 Versäumte Lebensmittelkontrollen: Schmachtenberg muss Farbe bekennen

Nach einer Auswertung von Foodwatch ist 2025 mehr als ein Drittel der vorgeschriebenen Lebensmittelkontrollen in Schleswig-Holstein ausgefallen. Hierzu erklärt der Vorsitzende der SSW-Landtagsfraktion, Christian Dirschauer:

Weiterlesen

Press release · Christian Dirschauer · 10.09.2026 Pflege und Beruf besser vereinbaren – pflegende Angehörige stärken

Pflegende Angehörige leisten den Mammutanteil der häuslichen Pflege. Häufig reduzieren sie dafür ihre Arbeitszeit oder geben den Job ganz auf, wodurch ihre finanzielle und soziale Absicherung bröckelt. Die SSW-Fraktion fordert die Landesregierung mit einem Antrag (Drucksache 20/4772) auf, die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu verbessern und pflegende Angehörige zu stärken. Dazu erklärt der Fraktionsvorsitzende, Christian Dirschauer:

Weiterlesen

Press release · Christian Dirschauer · 10.09.2026 Der Sozialstaat muss für die Menschen da sein – schnell und unkompliziert

Zur heutigen Vorstellung des Berichts der Bürgerbeauftragten erklärt der Fraktionsvorsitzende der SSW-Landtagsfraktion, Christian Dirschauer:

Weiterlesen