Rääde · Jette Waldinger-Thiering · 24.11.2023 Planungssicherheit für die Perspektivschulen schaffen!

„Wenn wir jetzt nicht schnell Klarheit über die finanzielle Absicherung der Perspektivschulen schaffen, wird die Erhöhung der Anzahl der Perspektivschulen nicht gelingen.“

Jette Waldinger-Thiering zu TOP 24+26 - Planungsicherheit für die Perspektivschulen“ und „Konsequenzen aus den alarmierenden Ergebnissen des IQB Bildungstrends 2022 in der Sekundarstufe I (Drs. 20/1558 und 20/1583)

Wir begrüßen den Antrag der SPD sehr, den schon jetzt im November wird es Zeit für die Schulleiter im Lande das Schuljahr 24/25 zu planen und zu organisieren. Die größte Herausforderung wird das Stricken der bedarfsgerechten Personaldecke sein. Denn hier müssen jetzt zeitnah verbindliche Verträge geschlossen werden.
Nachdem das Perspektivschul-Projekt zu Recht hoch gelobt wurde und Frau Ministerin Prien die Zusage erteilte, dass das Projekt fortgesetzt wird, kam das Start-Chancen-Programm vom Bund noch „on Top“. Eigentlich sollte damit zumindest die weitere Planung der bestehenden Perspektivschulen finanziell gesichert sein- und einer verbindlichen Zusage seitens des Landes nicht im Wege stehen.
Denn ohne diese verbindliche Zusage der Gelder können weder Verträge geschlossen noch schulische Strukturen verändert oder erneuert werden. Besonders für die Schulen, die zusätzlich in das Projekt aufgenommen werden sollen ist die Herausforderung groß, solange sie nicht wissen, womit und ab wann sie etwas planen sollen. In den Perspektivschulen haben sich die Multiprofessionalen Teams gut bewährt. Aber die Einstellung des Personals der verschiedenen Fachbereiche ist aufwendig u.a. aufgrund des Fachkräftemangel, der befristeten Verträge und der unterschiedlichen Trägerschaften.
Man kann nur hoffen, dass die hohe Priorität der Bildungsaufgaben nicht verkannt wird. 
Wenn wir jetzt nicht schnell Klarheit über die finanzielle Absicherung der Perspektivschulen schaffen, wird die Erhöhung der Anzahl der Perspektivschulen nicht gelingen. 
Dabei hat die Erweiterung und Stärkung der Perspektivschulen gerade im Hinblick auf den IQB Bildungstrend eine noch größere Bedeutung bekommen. Denn das Konzept der Perspektivschulen ist am ehesten geeignet die schulischen Bedingungen für die verschiedenen Ausgangslagen der Schülerinnen und Schüler mit oder ohne Migrationshintergrund anzupassen und bedarfsgerechte Förderung zu leisten. Hierfür muss allerdings der erhöhte Personalschlüssel an den Schulen gesichert sein. 
Im SPD Antrag zu den Konsequenzen der IQB-Studie wird in der Begründung auf das Testverfahren der viereinhalb Jährigen in Hamburg verwiesen. Dass dieses frühe Screening wichtig sind, kann ich nur unterstreichen- allerdings muss dann auch der Reibungslose Übergang von der Kita in die Schule gewährleistet sein- ansonsten verpufft der positive Effekt. Die Förderung der basalen Fähigkeiten muss durchgehend und nahtlos gefördert werden. Von der Kita bis mindestens der sechsten Klasse.
Generell bin ich aber der Meinung, dass man sich nicht zu sehr auf den Handlungsbedarf bei den Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund zu fokussieren, sondern die gesamte Schülerschaft im Blick zu behalten. Auch in den ländlichen Gebieten und kleinen Schulen mit geringerem Anteil an Zuwanderung, ist die Leistung gesunken und die Streuung der Kompetenzwerte hat sich auch hier erhöht. Die Schere zwischen den Schülern mit guten Leistungen und den leistungsschwächeren Schülern klafft immer weiter auseinander, hier müssen wir flächendeckend intervenieren. Zum Beispiel könnte das erfolgreiche Modell der Multiprofessionalen-Teams für alle Schulen konsequent ausgeweitet werden.
Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass nicht nur die Schülerinnen und Schüler an den Perspektivschulen von den finanziellen Investitionsprogrammen profitieren, sondern alle Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein hinsichtlich der „basalen Kompetenzen“ vermehrt gefördert werden.

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