Press release · 03.03.2017 SSW will kostenlose Ausleihe und gratis W-Lan in allen Bibliotheken einführen

Das neue Bibliotheksgesetz hat die Büchereien wieder in den Fokus von Land und Kommunen gerückt. Dieser Schwung müsse für weitere Investitionen genutzt werden. Darauf verständigten sich der Vorsitzende des SSW im Landtag, Lars Harms, und der Direktor der Büchereizentrale Schleswig-Holstein, Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen, bei gemeinsamen Gesprächen in Rendsburg.

Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen hob das Bibliotheksgesetz von Kulturministerin Anke Spoorendonk als gute Grundlage hervor, auf der die öffentlichen Büchereien im Land künftig besser gefördert und weiter entwickelt werden können. 

Lars Harms stellte im Gespräch verschiedene Punkte aus dem SSW-Wahlprogramm zum Büchereiwesen vor. So will der SSW in der kommenden Legislaturperiode insgesamt rund fünf Millionen in die schleswig-holsteinischen Bibliotheken investieren, unter anderem in eine kostenlose Ausleihe nach skandinavischem Vorbild. 

„Der Zugang zu Bildung, Kultur und Forschung darf nicht am Portemonnaie scheitern. Durch die Gebührenbefreiung wollen wir allen Menschen ermöglichen, den breiten multimedialen Fundus der Bibliotheken zu nutzen“, so Harms. Die Gebührenfreiheit soll verpflichtend per Gesetz erfolgen, um eine einheitliche Handhabung in den Kommunen zu gewährleisten. Die Kosten soll das Land übernehmen.  

Darüber hinaus setzt sich der SSW für kostenloses W-Lan in allen Büchereien im Land ein. 

Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen begrüßte beide Initiativen. Mit einer Gebührenfreiheit und kostenlosem W-Lan könnten zwei wichtige Punkte auf dem Wunschzettel der Bibliotheken abgehakt werden, so der Direktor. 

Lorenzen machte seinerseits auf die finanzielle Situation der Büchereien aufmerksam. Im Jahr 2010, als die Carstensen-Regierung die Finanzausgleichsmittel für das Büchereiwesen einstampfte, sei der Büchereiverein unverschuldet in eine Notlage geraten. Durch gleichzeitige Kostensteigerungen entstand so ein strukturelles Defizit, dass sich nur durch Kürzungen, Personalreduzierung, Rücklagenverzehr und über Zurückstellung wichtiger Aufgaben wieder ausgleichen ließ. Dass die Küstenkoalition die Dynamisierung der Büchereimittel mit 1,5 Prozent wieder eingeführt habe, sei eine finanzielle Entlastung gewesen, sagte Lorenzen. Dennoch zögen bereits neue Wolken am Himmel auf. Denn ab 2018 würden durch Tarifänderungen im TVöD neue Kostensteigerungen erfolgen. „Damit droht uns das nächste strukturelle Defizit“, so der Direktor der Büchereizentrale. 

„Wir werden tun, was wir können, um eine erneute Notlage abzuwenden“, sicherte Harms zu. Die Bibliotheken könnten sich auch in der kommenden Legislaturperiode darauf verlassen, dass der SSW fest an ihrer Seite stehe. 


<link http: www.ssw.de fileadmin user_upload bu__chereizentralesh_01.jpg external-link-new-window>Pressefoto in hoher Auflösung (Lizenzfrei für Medienvertreter)

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