Rääde · Flemming Meyer · 18.10.2001 Technologiestiftung 2000

Der Bericht ist zwar kurz aber doch informativ genug, um einen Überblick über die Initiativen der Technologiestiftung zu erhalten.
Die Technologiestiftung unterstützt Initiativen aus der Wirtschaft und aus den Hochschulen in vorbildlicher Art und Weise. Was daher um so mehr verwundert ist, dass im Jahr 2000 tatsächlich nicht alle Finanzmittel der Technologiestiftung abgerufen werden konnten. Auf gut Deutsch heißt das, dass es nicht genügend Projekte gab, die man als förderungsfähig erachtet hat. Oder anders herum gesagt: In Schleswig-Holstein gibt es nicht genügend innovative Ideen, um die im Vergleich mit anderen Bundesländern verhältnismäßig kleinen Fördersummen der Technologiestiftung überhaupt abzurufen. Das ist beängstigend. Gerade vor dem Hintergrund, dass die hauptsächlich geförderten Bereiche, die Bereiche sind, von denen man weiß, dass sie eine besonders rosige Zukunft versprechen.

Nun kann es aber sein, dass diese Entwicklung möglicherweise im besonderen darin begründet liegt, dass die neuen Technologien und die neuen Märkte an den Börsen zu schwächeln beginnen. Ich bin mir aber sicher, dass die bevorzugten Schwerpunkte der Technologiestiftung trotzdem die richtigen sind. In Zukunft wird es rasante Fortschritte und damit auch gute Marktmöglichkeiten in den Bereichen Biotechnologie, Informations- und Kommunikationstechnologie und Materialwissenschaften geben. Der eingeschlagene Weg ist in meinen Augen somit der richtige. Gleichwohl muss man trotzdem ergründen, warum die Firmen und Hochschulen die möglichen Förderungen nicht abrufen wollen oder können.

Was mir im Bericht fehlt ist, dass nicht ersichtlich ist, welche Technologien in welchen Regionen gefördert wurden. Es wäre interessant, zu erfahren, ob es hierbei Unterschiede im Land gibt. Dies könnte Rückschlüsse auf die Entwicklungsfähigkeit von Regionen geben. Im Bericht wird zum Beispiel das Biotechnologie-Dreieck angesprochen, für das eine Infrastruktur geschaffen werden soll. Das ist mehr als notwendig. Es gibt aber auch in Flensburg Initiativen im Bereich der Biotechnologie. Da ist es wichtig zu erfahren, inwiefern diese Initiativen unterstützt wurden und in welche Richtung sich solche Initiativen weiterentwickeln können. Solche Beispiele lassen sich sicherlich auch noch anderenorts finden.

Am Ende des Berichtes wird noch einmal die Wichtigkeit der Optimierung der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Förderinstitutionen erwähnt. Genannt werden hier die Technologiestiftung, die Technologie-Transferzentrale und die Energiestiftung. Genau das ist der richtige Weg. Nicht nur weil die Finanzressourcen so knapp sind, sondern auch weil eine Abstimmung von Konzepten und Informationen untereinander erst zu einer optimalen Betreuung der Klienten führen kann. Die Einbindung der Energiestiftung und der TTZ hat vor allem auch den Charme, dass ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig für eine Rundum-Förderung unter Beteiligung der Technologiestiftung erschlossen werden kann – nämlich die erneuerbaren Energien. Dieser Wirtschaftszweig wird in den kommenden Jahrzehnten einer der wichtigsten Wachstumsmotoren sein. Wenn Schleswig-Holstein rechtzeitig die entsprechenden Weichen stellt, haben wir die Chance hier eine Erfolgsstory zu schreiben.

Die Nutzung der Windenergie steht zum Beispiel vor enormen technischen Herausforderungen. Gerade wir in Schleswig-Holstein haben hier einen großen Erfahrungsschatz, den es zu nutzen und auszubauen gilt. An der Westküste hat sich die Windenergiewirtschaft zum Motor der regionalen Wirtschaftsentwicklung gemausert. Ohne sie sähe es schlecht aus um die dortige Arbeitsmarkt- und Einkommenssituation.

Wenn die Technologiestiftung, die Technologie-Transferzentrale und die Energiestiftung in Zukunft zusammenarbeiten, sollten die Förderschwerpunkte Biotechnologie, Materialwissenschaften und Informations- und Kommunikationstechnologie um den Bereich erneuerbare Energien ergänzt werden. Diese Bereiche gehen teilweise ineinander über und sind mit Sicherheit Bereiche, die Zukunft haben.

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