Press release · 19.05.2009 Lebensberatung in der Schule: Mehr Medienpädagogik statt Wickelkurs

Zur Forderung der CDU-Landtagsabgeordneten Frauke Tengler, dass Haushaltsführung und Kinderpflege wieder in die Lehrpläne der Schulen aufgenommen werden soll um die Zuschauerquoten für entsprechende Doku-Soaps zu senken, sagt die Vorsitzende des SSW im Landtag, Anke Spoorendonk:

„Schön, dass nun auch die CDU entdeckt, dass die Stärkung der PISA-Fächer allein nicht taugt, um unsere Kinder auf den Lebensalltag vorzubereiten. Frau Tengler hat vollkommen Recht, dass Fragen wie Ernährung und privates Haushalten theoretisch und praktisch eine größere Rolle in der Schule spielen sollten. Wir wünschen Ihr viel Erfolg damit, die CDU-Bildungspolitiker davon zu überzeugen, dass Schule mehr ist als die Vorbereitung auf eine berufliche Karriere.

In Bezug auf die von Frauke Tengler zu Recht problematisierten TV-Programme ist dieser Vorschlag allerdings abwegig. Es kann nun wirklich nicht darum gehen, eine neue Wertedebatte zu führen und die Mädchenschule der 50er Jahre für beide Geschlechter neu zu erfinden. Die Ursache für die Fernsehsendungen liegt nicht darin, dass die Werteerziehung versagt hat, sondern dass die Menschen sich zu jeder Zeit gern am Elend und Unvermögen anderer ergötzt haben und vor allem kommerzielle Sender dieses nutzen um ihre Zuschauerquoten anzuheben.

Deshalb gehört zu einem modernen Unterricht vor allem viel Zeit für eine moderne Medienpädagogik, damit die Kinder in der Schule lernen, solchen Schrott im Fernsehen als das einzuordnen, was er ist. Sendungen wie „Erwachsen auf Probe“ sind medialer Müll, der künstlich aufgebauscht ist und auf Kosten anderer Menschen produziert und verbreitet wird. Wenn möglichst viele junge Menschen das erkennen, dann haben wir in Bezug auf die von Frau Tengler angeprangerten Sendungen viel mehr erreicht als ein Wickelkurs in der Schule es jemals kann.“



Weitere Artikel

Press release · Sybilla Nitsch · 05.11.2026 Bahnverbindung nach Dänemark: Madsen ohne Züge und ohne Plan

Die Landesregierung hat keine geeigneten Ersatzzüge für die Verbindung zwischen Flensburg und Dänemark und rechnet mit einer weiteren Verlängerung des Busverkehrs. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der SSW-Landtagsfraktion hervor. Hierzu erklärt die verkehrspolitische Sprecherin der SSW-Landtagsfraktion, Sybilla Nitsch:

Weiterlesen

Press release · Sybilla Nitsch · 02.11.2026 LNG-Terminal Brunsbüttel droht zum nächsten Millionengrab zu werden

Eine neue Studie im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe (DUH) kommt zu dem Ergebnis, dass synthetisches Methan als Ersatz für fossiles Flüssigerdgas zu ineffizient und zu teuer ist. Damit wachsen auch die Zweifel an der Zukunftsperspektive des LNG-Terminals in Brunsbüttel. Dazu erklärt die wirtschafts- und energiepolitische Sprecherin der SSW-Landtagsfraktion, Sybilla Nitsch:

Weiterlesen

Press release · Christian Dirschauer · 02.11.2026 Gesunde Ernährung darf keine Frage des Geldbeutels sein

Vor den Tafeln stehen die Menschen Schlange. Doch wie viele Menschen in Schleswig-Holstein tatsächlich von Ernährungsarmut betroffen sind, weiß niemand genau. Dabei reicht das Problem weit über diejenigen hinaus, die auf Lebensmittelspenden angewiesen sind. Der SSW fordert deshalb mit einem Landtagsantrag ein landesweites Handlungskonzept gegen Ernährungsarmut. Dazu erklärt der Vorsitzende der SSW-Landtagsfraktion, Christian Dirschauer:

Weiterlesen