Press release · 08.10.2009 Noch erheblicher Nachholbedarf im Land bei der Umsetzung der Europaratsverpflichtungen


SSW-Abgeordnete Anke Spoorendonk und Lars Harms zu Gast im Nordfriisk Instituut


BREDSTEDT. Seinen ersten Besuch nach der Landtagswahl stattete der SSW im Landtag dem Nordfriisk Instituut in Bredstedt ab. Die Fraktionsvorsitzende Anke Spoorendonk und der parlamentarische Geschäftsführer Lars Harms wollten damit zeigen, dass sie der Arbeit des Instituts für Schleswig-Holstein hohe Bedeutung zumessen. Sie ließen sich über die aktuelle Situation durch den Vorsitzenden des Trägervereins Thede Boysen, den stellvertretenden Vorsitzenden Peter Nissen und Institutsdirektor Prof. Dr. Thomas Steensen informieren.

Einen wesentlichen Diskussionspunkt bildete die unzureichende Personalausstattung des Nordfriisk Instituut als der zentralen wissenschaftlichen Anlaufstelle für friesische Belange. Verdeutlicht wurde diese den frisch wiedergewählten Abgeordneten am Beispiel des Bibliotheks- und Archivbereichs. Für die Dokumentationsstätte der friesischen Volksgruppe stehe nur eine halbe Stelle zur Verfügung, und diese sei nur durch ein kurzfristiges Projekt finanziert. „Wir sind nicht nur unseren Mitgliedern und der interessierten Bevölkerung gegenüber verpflichtet, diese Aufgabe zu erfüllen, es gibt überdies eine bundesgesetzliche Verpflichtung aus dem Rahmenübereinkommen für nationale Minderheiten und der Europäischen Sprachen-Charta“, erklärte Thede Boysen. Die friesische Volksgruppe sei auch in diesem Fall erheblich schlechter gestellt als andere nationale Minderheiten oder vergleichbare Einrichtungen, führte er weiter aus.

Die beiden SSW Abgeordneten zeigten sich überzeugt, dass hier ein Handlungsdefizit seitens des Landes besteht. „Hier handelt es sich um eine nahezu unbearbeitete Baustelle. Das Land Schleswig-Holstein muss seiner Verantwortung nachkommen. Gerade Minderheiten ohne Bezugsstaat, wie die Friesen, müssen in diesem Bereich umfassend unterstützt werden. Wir sehen die laufende Unterstützung von Archiv und Bibliothek des Nordfriisk Instituut als Landesaufgabe an. Deshalb hat das Land die Pflicht, diese Arbeit mit einer aufgabengerechten Summe zu unterstützen“, stellten Anke Spoorendonk und Lars Harms fest.

Ein Foto vom Besuch des SSW beim Nordfriisk Instituut, steht im Downloadbereich/Bilderservice auf den Seiten des SSW bereit. Auf dem Bild sind es von links: Peter Nissen, Thede Boysen, Prof. Dr. Thomas Steensen, Anke Spoorendonk, Lars Harms. Foto: Gondrun Verch

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