Press release · 21.09.2000 Entschädigungsfonds für Zwangsarbeiter: Landesregierung soll verstärkt für Beteiligung schleswig-holsteinischer Unternehmen und Kommunen werben

Auf Antrag des SSW hat der Bildungsausschuss des Landtages über das Gutachten "Zwangsarbeitende in Schleswig-Holstein 1939 bis 1945" vom Institut für Zeit- und Regionalgeschichte beraten. Die Vorsitzende des SSW im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Anke Spoorendonk hatte dazu folgenden Kommentar:

"Das Gutachten von Herrn Professor Danker dokumentiert eindrucksvoll den großen Umfang, den die Zwangsarbeit während der Nazi-Herrschaft in Schleswig-Holstein erreicht hatte. Auch die zum Teil katastrophalen Arbeits- und Lebensbedingungen der betroffenen Menschen aus fast ganz Europa werden detailliert im Gutachten dargestellt.

Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über die Bekämpfung des Rechtsextremismus ist es wichtig, immer wieder die Verbrechen der Nazis zu erforschen und öffentlich zu machen.

Das Gutachten macht deutlich, dass in Schleswig-Holstein leider überproportional viele Zwangsarbeiter - bedingt durch die vielen Rüstungsbetriebe und auch durch den großen Einsatz von Fremdarbeitern in der Landwirtschaft - beschäftigt waren.

Die Landesregierung sollte daher das Gutachten über Zwangsarbeitende in Schleswig-Holstein zum Anlass nehmen, verstärkt in der Öffentlichkeit dafür zu werben, dass sich endlich mehr Unternehmen und auch Kommunen an den Entschädigungsfond für Zwangsarbeiter beteiligen," so Spoorendonk, die auch darauf hinwies, dass es im Bereich Zwangsarbeit regional und lokal immer noch Aufklärungsbedarf gebe. Die Landesregierung solle sich daher bei den Kommunen dafür einsetzen, dass alle Archive und Register für die Erforschung der Zwangsarbeit geöffnet werden.

Weitere Artikel

Press release · Christian Dirschauer · 26.01.2026 Ein Angriff auf unsere Erinnerungskultur

Zum Vandalismus am Mahnmal der Synagoge in Kiel erklärt der Vorsitzende der SSW-Landtagsfraktion, Christian Dirschauer:

Weiterlesen

Speech · Jette Waldinger-Thiering · 28.01.2026 Wir brauchen Zeit und Raum für Bildung!

„Die Maßnahmen, um der Heterogenität der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden, greifen doch in kleineren Gruppen am besten. Ob DAZ-Förderung oder bedarfsgerechte individuelle Förderung um Misserfolge und Schulabbrüchen entgegenzuwirken, braucht Zeit, Raum und Menschen.“

Weiterlesen

Speech · Sybilla Nitsch · 28.01.2026 Die Energiewende kann keine 30 Jahre auf die Kernfusion warten

„Wir müssen hier im Norden einen anderen Fokus haben, um aktuellen Herausforderungen zu begegnen. Und da denke ich: eine bundesweite Allianz zur Erforschung von Energiespeichern wäre genauso wichtig. Oder eine Allianz mit Dänemark, wo wir viel über Biomethanproduktion aus Rest- und Abfallstoffen lernen könnten.“

Weiterlesen