Press release · 27.02.2008 Steuerskandal: Zahl der Steuerfahnder in Schleswig-Holstein in rückläufig

Anlässlich der heutigen, vom SSW beantragten Aktuellen Stunde des Landtages zur Personalausstattung der Steuerfahndung vor dem Hintergrund des aktuellen Steuerskandals erklärt die Vorsitzende des SSW im Landtag, Anke Spoorendonk:

„Der Staat muss große und kleinere Steuerkriminelle Sünder konsequent verfolgen und bestrafen. Sonst verstärkt sich das Gefühl, „denen da oben“ lässt man alles durchgehen und „die da unten“ dürfen die Zeche zahlen.
Wir können und dürfen uns aber nicht darauf verlassen, dass Steuersünder wie im aktuellen Fall durch andere Kriminelle ans Messer geliefert werden. Der Staat muss selbst in der Lage sein, solch unsoziales Verhalten aufzudecken.

Die Wirklichkeit ist aber, dass die verschiedenen Landesregierungen in den letzten Jahren auch in der Finanzverwaltung beim Personal gespart haben. So sind in den letzten Jahren generell nicht genug neue Finanzbeamte ausgebildet worden, um die vielfältigen Aufgaben der Finanzverwaltung zu bewältigen.

Nach Angaben der Landesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage des SSW betrug zum 31.12.2007 das Personal-Soll der Finanzverwaltung in Schleswig-Holstein 3.838 Stellen, während der tatsächliche Ist-Wert in Schleswig-Holstein nur 3.761 Stellen beträgt. Bei den Steuerfahndern in Schleswig-Holstein ist die Zahl der eingesetzten Prüfer von 91 in 2001 auf 76 Prüfer in 206 zurückgegangen. Dabei zeigen die Zahlen, dass die eingesetzten Prüfer mit ca. 500.000,- Euro festgesetzten Mehrsteuern pro Prüfer in 2006 sehr erfolgreich waren. Die Zahl der unerledigten Fahndungsfälle ist von 2004 bis 2006 unverändert hoch mit ca. 1.600 Fällen.

Der SSW möchte daher von der Landesregierung wissen: Hält die Landesregierung vor dem Hintergrund des aktuellen Steuerskandals und der vielen unerledigten Fahndungsfälle die Zahl der Steuerfahnder in Schleswig-Holstein für ausreichend? Wie viele neue Fahnder will sie in Zukunft ausbilden und einstellen? Wie will sie das demografische Problem der Steuerverwaltung lösen, dass viele der heutigen Finanzbeamten bald das Pensionsalter erreichen werden? Außerdem muss man erwägen, wie bei den Betriebsprüfungen für besonders schwere und internationale Fälle eine Bundessteuerfahndungsstelle einzurichten.“

Weitere Artikel

Press release · 11.06.2026 Schilderungen des Marburger Bundes sind ein Weckruf

Zu den heute vorgestellten Ergebnissen einer Mitgliederbefragung des Marburger Bundes erklärt der Vorsitzende und gesundheitspolitische Sprecher der SSW-Fraktion im Landtag, Christian Dirschauer:

Weiterlesen

Press release · Dr. Michael Schunck · 11.06.2026 Steinriffe sind Küstenschutz und Booster für Biodiversität zugleich

Einst wurden massenhaft Steine aus Riffen in der Ostsee entfernt, um daraus Molen und Häfen zu bauen, heute weiß man: Solche Steinriffe haben eine wichtige ökologische Funktion und sind zugleich wichtiger Küstenschutz. Die SSW-Landtagsfraktion fordert deshalb die Wiederanlage solcher Steinriffe.

Weiterlesen

Press release · Christian Dirschauer · 10.06.2026 Wer heute Praxen belastet, riskiert morgen Versorgungslücken

Zum heutigen Protesttag der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte gegen das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der SSW-Landtagsfraktion, Christian Dirschauer:

Weiterlesen