Speech · 22.02.2006 Föderalismusreform: "Augen-zu-und-durch-Verfahren“ ist zu kurz gesprungen

In der aktuellen Stunde zur Föderalismusreform (TOP 1)  sagte die Vorsitzende des SSW im Landtag, Anke Spoorendonk, unter anderem:

„Ich befürchte, dass der Bund schnelle Ergebnisse vor guten Ergebnissen setzt und die strukturstarken Länder die Gunst der Stunde nutzen, Regelungen zu Lasten des Bundesprinzips und der schwachen Länder in der Verfassung festzuschreiben. Die ganze Reform, die zu Recht Verfassungsrang hat, muss einen fairen Ausgleich anstreben, der über den Tag hinaus Bestand hat und die Stärken eines föderalen Systems als Ganzes zum Tragen bringt. Einen handlungs- und strategiefähigen Bund für zentrale Aufgaben und für den notwenigen Ausgleich von Strukturschwächen - vitale, bürgernah agierende Länder in den lebensnahen Politikbereichen.

Nicht trotz, sondern gerade wegen der komplexen Materie, die die Föderalismusreform darstellt, muss sie im öffentlichen Diskurs in Bundestag, Bundesrat und der breiten Öffentlichkeit erörtert, erklärt, abgewogen und schließlich transparent entschieden werden. Das „Augen-zu-und-durch-Verfahren“, das die Große Koalition ansteuert, mag machttechnisch smart erscheinen, aber ich befürchte, dass letztlich bei einer zu taktischen Herangehensweise zu Kurz gesprungen wird.  Schleswig-Holstein sollte sich engagiert, aber mit norddeutscher Nüchternheit an der Reform beteiligen, denn sie ist zu wichtig, um als Stückwerk zu enden.“
  

Weitere Artikel

Press release · Christian Dirschauer · 30.09.2026 Minderheitenberichte: Jetzt ist der Erhalt auch parlamentarisch festgezurrt

Der Innen- und Rechtsausschuss des Schleswig-Holsteinischen Landtags hat heute den gemeinsamen Änderungsantrag von SSW, CDU und Bündnis 90/Die Grünen zum Erhalt der kommunalen Minderheitenberichte beschlossen. Damit ist die ursprünglich von der Landesregierung geplante Streichung der Berichtspflicht vom Tisch. Hierzu erklärt der Vorsitzende der SSW-Landtagsfraktion, Christian Dirschauer:

Weiterlesen

Speech · Dr. Michael Schunck · 08.10.2026 Regionale Schlachtstrukturen sichern – Tiertransporte verkürzen

„Wenn die lokalen Schlachthöfe in der Fläche verschwinden, müssen Schlachttiere zwangsläufig immer längere Wege zurücklegen. Was früher innerhalb eines Landkreises machbar war, wird dann zu einer stundenlangen Tortur für die Schlachttiere quer durch die Republik bis über die europäischen Außengrenzen hinweg. Das ist ökonomisch unsinnig, ökologisch widersinnig und mit unseren ethischen Maßstäben und dem Tierwohl unvereinbar.“

Weiterlesen

Speech · Sybilla Nitsch · 08.10.2026 Heimliche Aufnahmen sind einfach inakzeptabel

„Während wir noch über Beschränkungen, die Helligkeit des Aufnahmelichtes oder eine Alterszulassung streiten, entwickelt sich die Technik immer weiter und produziert mit dieser jeden Tag neue Opfer.“

Weiterlesen