Pressemitteilung · 04.04.2011 Der SSW trauert um „W. L.“ Christiansen

Der SSW trauert um einen prominenten politischen Vorkämpfer der dänischen Minderheit. Wilhelm Ludwig Christiansen ist am 31. März im Alter von 90 Jahren verstorben. „W. L.“, wie ihn Freund und Feind nannte, war nicht nur an der Gründung des SSW 1948 beteiligt. Als ehemaliger Mitarbeiter des SSW-Bundestagsabgeordneten Hermann Clausen war er auch der letzte lebende Augenzeuge der Bundestags-Konstituierung von 1949.

W. L. Christiansen begann seine politische Karriere als Mitglied der Flensburger Ratsversammlung für die Sozialdemokratische Partei Flensburgs. Diese kleinste sozialdemokratische Partei der Welt, war 1946 von Kurt Schumacher aus der SPD ausgeschlossen worden, weil sie die Wiedervereinigung Südschleswigs mit Dänemark gefordert hatte. Christiansen, der gleichzeitig Mitglied im SSW war, wurde 1948 der erste Landesgeschäftsführer des SSW und war ein enger Mitarbeiter des SSW-Bundestagesabgeordneten Hermann Clausen, der die Partei von 1949 bis 1953 in Bonn vertrat. Später war er viele Jahre Gemeinderatsmitglied, Kreistagsabgeordneter in Nordfriesland und Ratsmitglied in Flensburg für den SSW.

„W. L. Christiansen war bis zuletzt eine ebenso markante wie streitbare Stimme in der dänischen Minderheit. Er scheute keinen Konflikt, wenn es darum ging, seine Standpunkte konsequent und offen zu verfechten. Er hat dazu beigetragen, den SSW in den Nachkriegsjahren aufzubauen und hat die politische Arbeit bis in die 70er Jahre mit geprägt. W. L. war ein Stück lebendige Geschichte, der uns auch als Zeitungskommentator und Buchverfasser immer wieder an die Wurzeln der Minderheit und des SSW erinnert hat. Mit seinem großen Interesse für die Geschichte und Kultur der Region hat er über die Minderheit hinaus gewirkt, unter anderem als Verfasser von Wörterbüchern und Anekdoten über die besondere Sprache der Flensburger „Petuh-Tanten“. Wir werden sein Erbe und sein Andenken in Ehren halten“, erklärt der SSW-Vorsitzende Flemming Meyer.






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