Pressemitteilung · Jette Waldinger-Thiering · 21.04.2015 Ein Konzept wider das Vergessen

Zur heutigen Vorstellung des Landesgedenkstättenkonzeptes erklärt die kulturpolitische Sprecherin des SSW im Landtag, Jette Waldinger-Thiering:

Aufarbeiten und Erinnern statt Verdrängen und Vergessen.

Nach dieser Maxime hat die rot-grün-blaue Koalition seit der Regierungsübernahme 2012 kontinuierlich daran gearbeitet, eine lebendige Erinnerungskultur in Schleswig-Holstein zu stärken. 

Nach Verabschiedung des Denkmalschutzgesetzes und der schon laufenden wissenschaftlichen Aufarbeitung der strukturellen und personellen Kontinuität nach dem Dritten Reich hat unsere Kulturministerin Anke Spoorendonk heute einen weiteren Baustein zur Stärkung der Erinnerungskultur vorgestellt: Das erste Gedenkstättenkonzept des Landes Schleswig-Holstein.

So ist es Anke Spoorendonk gelungen, erstmals alle Akteure auf diesem Sektor um den runden Tisch zu vereinen, um ein gemeinsames Konzept für die Gedenkstättenarbeit zu schmieden, auf dessen Grundlage künftig auch noch besser Bundesmittel eingeworben werden können. 

In einer Zeit in der es immer weniger Zeitzeugen gibt, die die Erinnerung der Gräueltaten des Naziregimes aufrecht halten können, ist es umso wichtiger, dass wir die Orte des Verbrechens selbst als Mahnmale erhalten. Denn so verständlich es sein mag, dass viele junge Menschen es leid sind, diese schwere Vergangenheit weiterhin auf ihren Schultern zu tragen - Vergessen und Verdrängen ist keine Option. Wir alle tragen eine Verantwortung, dass dieser Teil der deutschen Geschichte sich nie  wiederholt. 

Für die rot-grün-blaue Küstenkoalition ist Gedenkstättenarbeit mehr als das Halten betroffener Sonntagsreden. Waren im Landeshaushalt 2012 noch gerade einmal 40.000 Euro für die Gedenkstättenförderung  vorgesehen, ist dieser Betrag im Haushalt 2014 bereits auf 230.000 Euro angewachsen. Die Gedenkstätten in Husum-Schwesing und Kaltenkirchen sowie in Ladelund haben kürzlich erhebliche Fördermittel für Aus- und Umbaumaßnahmen erhalten. In letzterem Fall auch mit Hilfe von Bundesmitteln. Ärgerlich ist hingegen, dass das Neulandhalle-Konzept keine Unterstützung durch den Bund erhalten hat und somit vorerst nicht umgesetzt werden kann. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass es gelingen wird, 2018 mit einem neuen Konzept in Berlin zu punkten - und setze hier auch ausdrücklich auf die Unterstützung durch die schleswig-holsteinischen Bundestagsabgeordneten. 

Ich danke unserer Kulturministerin Anke Spoorendonk, ihren fleißigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und allen Akteuren, die an dem ersten Gedenkstättenkonzept des Landes mitgewirkt haben. Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. 

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