Pressemitteilung · 17.12.2013 Ein schwarzer Montag für die Kulturstadt Schleswig

Zur Entscheidung der Ratsversammlung in Schleswig, das Konzept für das Landestheater abzulehnen, erklärt die kulturpolitische Sprecherin des SSW im Landtag, Jette Waldinger-Thiering: 

 


 


 

Die Entscheidung der Ratsversammlung ist für mich wenig nachvollziehbar und droht enormen Schaden anzurichten: Für Schleswig als Kulturstadt, für die vielen Besucher der über 600 jährlichen Veranstaltungen, und nicht zuletzt für die über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landestheater Schleswig-Holstein, die nun kurz vor Weihnachten in Verunsicherung gestürzt werden. 

 


 

Dass die FDP dem Schleswiger Landestheater und im weiteren Verlauf schlimmstenfalls allen drei Standorten in Schleswig-Holstein die Grundlage entzieht, überrascht mich nicht. Der frühere Kultusminister Ekkehard Klug hat schon zu schwarz-gelben Regierungszeiten gezeigt, dass er für das Landestheater wenig über hat. Seiner rücksichtslosen Kürzungspolitik ist es schließlich maßgeblich geschuldet, dass das Landestheater nun Zahlungsunfähigkeit befürchten muss. Durch die Aufhebung der Dynamisierung der Landeszuschüsse hat er aktiv zu einer finanziellen Ausblutung der Landestheater beigetragen. 

 


 

Sollte nicht schnellstens eine tragfähige Lösung gefunden werden, um den Theaterbetrieb langfristig zu sichern, wird sich jedoch insbesondere die CDU vorwerfen lassen müssen, die Existenz der Landestheater GmbH auf dem Gewissen zu haben. 

 

Bis vor einer Woche hat die CDU-Fraktion noch für den Umzug zum Hesterberg votiert. Dass Holger Ley und Fraktion plötzlich die Meinung ändert und das gesamte Konstrukt Landestheater in die Krise stürzt wegen Zusatzkosten von gerade einmal 244.000 Euro im Rahmen eines 14-Millionen Euro-Projekts, ist nicht nur wenig überzeugend, sondern schlicht verantwortungslos. 

 


 

Enttäuscht bin ich jedoch vor allem über die Grünen, die es eigentlich besser wissen sollten. Hier hätte ich zumindest frühzeitig eigene Alternativ-Vorschläge erwartet, wenn schon das von der eigenen Landesregierung entwickelte Konzept offensichtlich nicht überzeugt hat.

 


 

Die Ratsversammlung in Schleswig hat eine Entscheidung getroffen, die die Kulturlandschaft im Land nachhaltig beschädigen und vielen Menschen den Arbeitsplatz kosten kann. Hinzu kommen drohende Regressforderungen, falls die Stadt dem Landestheater keine Spielstätte mehr anbieten kann. Das ist bitter. 

 


 


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