Pressemitteilung · Christian Dirschauer · 07.05.2025 Erinnerung braucht Orte!

Anlässlich des Tags der Befreiung am 8. Mai erklärt der Vorsitzende der SSW-Landtagsfraktion, Christian Dirschauer:

Am 8. Mai 1945 nahm mit der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus der Schrecken ein viel zu spätes Ende. Die Gräueltaten und die Menschenverachtung des Nazi-Regimes sind aus heutiger Perspektive unvorstellbar. Umso wichtiger ist es, die Erinnerungen zu bewahren und hart daran zu arbeiten, dass sich dieses düstere Kapitel in der Geschichte unseres Landes niemals wiederholt. Nie wieder ist jetzt und überall.

Wo Zeitzeugen rar werden, wird die Funktion von Gedenkstätten immer wichtiger. Wer einmal an den Überresten des „Friesenwalls“ in Ladelund oder Husum-Schwesing gestanden hat, welchen Häftlinge per Handarbeit bei Eiseskälte gegraben haben, kann Geschichte ganz anders begreifen. Die unendlichen Qualen, das Leid, den massenhaften Tod. Die beiden Lager zeigen, dass das NS-Terrorsystem überall und auch in den entlegensten Teilen des Landes war.
Für die Vermittlung dieses Kapitels unserer Geschichte sind solche Vor-Ort-Eindrücke, begleitet von einem guten museumspädagogischen Rahmen, wichtig. Sie gehen unter die Haut und sind wichtige Pfeiler der Erinnerungskultur. Deshalb müssen wir uns dafür stark machen, diese zu erhalten und kommenden Generationen zugänglich zu machen. Gedenkstättenarbeit darf nicht verstaubt wirken, sondern muss den Weg in eine moderne Vermittlung schaffen. Darin müssen wir die Erinnerungsorte stärken und sie entsprechend ausstatten.

Auch die besondere Rolle Flensburgs zum Ende des Zweiten Weltkrieges gilt es, noch besser zu vermitteln und nicht unter den Teppich zu kehren. Bisher muss man sich gezielt auf die Suche machen, öffentliche Hinweistafeln oder gar Führungen zu dem Thema sind Mangelware. Das ist bedauerlich, denn Erinnerung braucht Orte. Als Gesellschaft tragen wir heute die Verantwortung dafür, dass sich das Gestern nicht morgen wiederholt.

 

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