Rede · Flemming Meyer · 19.02.2004 Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte

Ich finde, der Bericht des Bildungsministeriums zu den Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte zeichnet ein positives Bild der Fort- und Weiterbildungslandschaft mit Raum für Verbesserungen.

Die statistischen Erhebungen des IPTS von 2002/2003 zeigen deutlich ein großes Interesse der Lehrerschaft an Fort- und Weiterbildung, ob nun durch die IPTS/IQSH, private Studien oder Fortbildungsangebote anderer Träger. So nahmen z. B. im Jahre 2002 insgesamt fast 31.000 und im ersten Halbjahr 2003 insgesamt fast 13.000 an Veranstaltungen der IPTS teil. Das ist sehr erfreulich und bleibt hoffentlich auch weiterhin so.

Wir begrüßen außerdem, dass durch die vielen Kooperationspartner, wie unter anderem der Akademie für Natur und Umwelt, dem Museum für Kunst- und Kulturgeschichte oder dem Landessportverbands, allzu theoretische Einfallswinkel vermieden und dafür praxisorientierte Fort- und Weiterbildungsangebote gewährleistet werden. Immerhin sind die besten Fortbildungsmaßnahmen vergebens, wenn man sie nicht im Alltag umsetzten kann.

Darüber hinaus finden wir vom SSW, dass die im Bericht erwähnte vermehrte Nutzung von modernen Informations- und Kommunikationstechniken sich sehr gut mit dem Programm „Schulen ans Netz“ verträgt. Zumal das angebotene eLearning die Lehrkräfte nicht nur durch den Inhalt fortbildet sondern schon durch die Teilnahme an sich. Das Prinzip „learning-by-doing“ in seiner besten Form.

Der Bericht zeigt allerdings nicht nur den Stand der Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften in den Jahren 2002/2003 an. Seit dem 1. Februar 2003 ist das IQSH dafür zuständig Fort- und Weiterbildung zentral zu organisieren und zu verantworten. Es wird im Bericht daher vorhergesagt, dass statistische Erhebungen in Zukunft ausführlicher und aussagekräftiger werden sollen.

Zum Beispiel berücksichtigt das IQSH in ihrem seit April 2003 eingeführten, standardisierten Fragebogen nun die auch von uns bereits vermissten Gesichtspunkte der Wirksamkeit und Qualität ihrer Fortbildungskurse. Es reicht immerhin nicht aus, nur aufzuschreiben wann und wo welche Fortbildungsmaßnahmen mit welchen Lehrern stattgefunden haben. Denn was hilft es uns lediglich zu erfahren, wie viele Lehrer sich für welches Thema angemeldet haben? Wir wissen dann noch immer nicht, ob der Kursus ihren Erwartungen entsprochen hat und in wie weit sie die Inhalte in ihrem Unterricht anwenden können.

Diese Aspekte wurden nun in dem neuen Fragebogen berücksichtigt, den die IQSH als ersten Schritt in die Richtung entwickelt hat, um präzisere statistische Erhebungen durchführen zu können.

Damit ist aber noch lange nicht alles in Butter. Mit Blick auf die geplante Einführung von Bildungsstandards kommt eine weitere Anforderung auf Lehrer zu, die zu erweitertem Fortbildungsbedarf führt. Dies wird auch von Experten gefordert, die sich mit dem Thema Bildungsstandards beschäftigt haben. Denn um eine sachgerechte Umsetzung dieser Neuerung zu gewährleisten, braucht man gut geschultes Personal.

Es wird daher nun interessant zu sehen, wie die Fort- und Weiterbildungslandschaft sich entwickeln wird unter dem neuen IQSH.

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