Pressemitteilung · Jette Waldinger-Thiering · 18.10.2017 Friesischsprachige Angebote im Bildungswesen noch stärker fördern

Zur Antwort auf die Kleine Anfrage des SSW zum Friesischunterricht in Schleswig-Holstein (Drucksache 19/235) erklärt die bildungspolitische Sprecherin des SSW im Landtag, Jette Waldinger-Thiering:

Im laufenden Schuljahr erhalten insgesamt 819 Schülerinnen und Schüler an 25 Schulen Friesischunterricht. Im Vorjahr lag diese Zahl noch bei 834. Diese Entwicklung kann uns natürlich nicht genügen. Denn neben dem allgemeinen Anspruch auf Schutz und Förderung haben wir den Friesischunterricht bekanntlich auch explizit in einer Zielbestimmung unserer Landesverfassung aufgenommen.

Im Rahmen der Sprachenpolitik ist es deshalb Aufgabe des Landes, eine besondere Art der Förderung der friesischen Sprache an den Schulen zu entwickeln. Statt als freiwilliges Zusatzangebot soll der Unterricht in friesischer Sprache als fester Bestandteil im Schulleben verankert werden. Das heißt im Klartext, dass die Angebote an den Grundschulen ausgeweitet und dann in den weiterführenden Schulen verstetigt werden müssen. Doch die aktuellen Zahlen zeigen deutlich, dass wir gerade an den Gemeinschaftsschulen und Gymnasien noch erheblichen Nachholbedarf haben. Das Land kann und muss also noch deutlich mehr tun, wenn es zum Beispiel um die Versorgung mit Lehrkräften geht.

Dass der Bedarf da ist, zeigt sich nicht zuletzt in der frühkindlichen Bildung: Das von uns initiierte Förderprogramm der Landesregierung zur Sprachbildung in Regional- und Minderheitensprachen in Kindertageseinrichtungen wird sehr gut angenommen. Schon heute profitieren viele Kitas mit einem zusätzlichen dänisch- oder friesischsprachigen Angebot von dieser Förderung. Und uns freut besonders, dass nicht nur bestehende Angebote finanziell abgesichert und fortgeführt werden konnten, sondern auch viele neue entstanden sind. Der SSW erwartet, dass das Land an genau diese positive Entwicklung anknüpft und seinem Bekenntnis zur Förderung friesischsprachiger Angebote im Bildungswesen auch entsprechende Taten folgen lässt.

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