Rede · Flemming Meyer · 08.05.2003 Girls Day

Gerade gestern konnte man in einer schleswig-holsteinischen Tageszeitung die neuesten Daten über die Anzahl der weiblichen Studienanfänger lesen, die deutlich machen, warum der „Girls´ Day“ so wichtig ist. Obwohl es ab dem Wintersemester 2002/2003 erstmals mehr weibliche als männliche Studienanfänger in Deutschland geben wird, sind die Studentinnen weiter in den technisch-naturwissenschaftlichen Fächern unterrepräsentiert, während sie nach wie vor überdurchschnittlich in den Sprach- und Kulturwissenschaften und in der Veterinärmedizin sich immatrikulieren.

Es gibt mehrere Gründe, warum dieser Zustand ein Problem ist. Zum einen führt dies dazu, dass Deutschland in den Führungsetagen der Wirtschaft in Europa mit an letzter Stelle liegt, wenn es um weibliche Führungskräfte geht. Ein technisch-naturwissenschaftliches Studium oder gar ein Studi-um der Wirtschaftswissenschaften kann ein leichterer Karriereeinstieg in der Wirtschaft sein. Frau-en nutzen hierfür ihre Berufsmöglichkeiten nicht ganz aus, während es den Betrieben aber gerade im technischen Bereich an zunehmend qualifizierten Nachwuchs fehlt.

Zum anderen würde eine höhere Frauenquote in diesen Fachbereichen auch die Qualität der Studien oder der Berufe an sich verbessern. Nicht weil Frauen fachlich besser als Männer sind, sondern weil es die Bandbreite des Denkens und Wissens erweitert. Frauen denken nun mal in eine andere Rich-tung als Männer.

Die Probleme fangen eigentlich nicht in der Schule an, wo die meisten Schülerinnen auch in den technischen Fächern mit guten Zeugnissen glänzen. Aber nach der Schule wählen sie dennoch bei ihren Berufen oder Studien immer noch die „typischen“ weiblichen Berufsfelder oder Studienfä-cher. Es ist müßig darüber zu spekulieren warum das so ist, aber fehlendes Wissen und die Traditi-on spielen dabei natürlich eine wichtige Rolle.

Die Idee des „Girls Day“ ist deshalb ideal, um den jungen Mädchen diese für sie „fremde“ Welt der technischen Berufe näher zu bringen. Der „Girls` Day“ ist daher aus Sicht des SSW eine sehr ge-lungene Initiative zur Verbesserung der Berufschancen von jungen Mädchen und Frauen. Denn die-se Initiative bietet Schülerinnen der Klassen 5 bis 10 an, Berufsfelder vor allem im technischen Un-ternehmen, Hochschulen und Forschungszentren kennen zu lernen.

In Laboren, Büros, Werkstätten und Redaktionsräumen wird den Mädchen an praktischen Beispie-len gezeigt, wie interessant und spannend diese Arbeit sein kann. Dazu trägt der „Girls Day“ vor al-lem zur Förderung der Kontaktaufnahme zu Arbeitgeberinnen, Arbeitgebern und der Verbreiterung des Berufswahlspektrum von Mädchen bei.

Der SSW begrüßt auch, dass so viele Unternehmen, Institutionen und Organisationen in Schleswig-Holstein sich an dieser Aktion beteiligt haben. 96 Veranstaltungen und 1451 Plätze für Mädchen aus Schleswig-Holstein sprechen eine deutliche Sprache. Vielen Dank an diese Veranstalter. Mein Dank gilt auch der Ministerin für ihre großartige Unterstützung des „Girls Day“ in unserem Lande. Ich hoffe, dass diese hervorragende Initiative auch in Zukunft regelmäßig wiederholt wird.

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