Pressemitteilung · 18.02.2009 HSH-Nordbank: Die finanzpolitische Strategie der Landesregierung heißt Kamikaze

Zu den gestrigen Beratungen des Aufsichtsrats, der Kabinette und der Finanzausschüsse zur Rettung der HSH-Nordbank erklärt der wirtschaftspolitische Sprecher des SSW im Landtag, Lars Harms:

„Es wird immer deutlicher, dass die Landesregierung bei der HSH-Nordbank dem Motto Augen zu und durch folgt. Die Alternativen zur 13-Milliarden Bankenrettung durch Schleswig-Holstein und Hamburg sind nicht sorgfältig geprüft worden. Davon zeugen schon die unterschiedlichen Aussagen der Landesregierung und der Bundesregierung.

Die Landesregierung hat gestern den Eindruck hinterlassen, dass sie eine größere Beteiligung des Bundes scheut, weil dadurch die Dominanz der Bundesregierung in der HSH-Nordbank wachsen würde. Es kann hier aber wahrlich nicht mehr darum gehen, Landesfürstentümer zu sichern, sondern darum, Schleswig-Holstein vor dem finanziellen GAU zu bewahren, den ein Eigenkapitalzuschuss von 3 Milliarden Euro und eine Bürgschaft von 10 Milliarden auslösen können. Wir fordern die Landesregierung daher auf, nochmals intensiv und konkret mit der Bundesregierung über einen Bundeszuschuss zum Eigenkapital der Bank zu verhandeln, um einen unermesslichen Schaden von Schleswig-Holstein abzuwenden.

Ich bin sprachlos, dass die HSH-Nordbank ihre Bilanzen schönrechnen will, um weitere 200 Millionen Euro Dividende an ausgewählte Anleger ausschütten zu können. Am Ende zahlt der Steuerzahler diese außerordentliche Bescherung; das werden wir auf keinen Fall unterstützen.

Geradezu skandalös ist es, dass wir Abgeordnete bei der gestrigen Sitzung der Finanzausschüsse in Hamburg mit keiner Silbe über diese 200 Millionen informiert wurden. Entweder hat Finanzminister Wiegard dieses wissentlich vor dem Finanzausschuss verschwiegen oder er hat davon selbst nicht gewusst. In beiden Fällen bestätigt er den Eindruck, dass das Management der Landesregierung in Sachen HSH-Nordbank vollkommen aus dem Ruder gelaufen ist. Die finanzpolitische Strategie von Carstensen und Wiegard heißt Kamikaze. Mit dieser kopflosen Politik gefährden sie mittlerweile nicht nur die Arbeitsplätze bei der HSH-Nordbank sondern die gesamte finanzielle Existenz unseres Landes.“


Weitere Artikel

Pressemitteilung · Christian Dirschauer · 02.11.2026 Gesunde Ernährung darf keine Frage des Geldbeutels sein

Vor den Tafeln stehen die Menschen Schlange. Doch wie viele Menschen in Schleswig-Holstein tatsächlich von Ernährungsarmut betroffen sind, weiß niemand genau. Dabei reicht das Problem weit über diejenigen hinaus, die auf Lebensmittelspenden angewiesen sind. Der SSW fordert deshalb mit einem Landtagsantrag ein landesweites Handlungskonzept gegen Ernährungsarmut. Dazu erklärt der Vorsitzende der SSW-Landtagsfraktion, Christian Dirschauer:

Weiterlesen

Pressemitteilung · Sybilla Nitsch · 02.11.2026 LNG-Terminal Brunsbüttel droht zum nächsten Millionengrab zu werden

Eine neue Studie im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe (DUH) kommt zu dem Ergebnis, dass synthetisches Methan als Ersatz für fossiles Flüssigerdgas zu ineffizient und zu teuer ist. Damit wachsen auch die Zweifel an der Zukunftsperspektive des LNG-Terminals in Brunsbüttel. Dazu erklärt die wirtschafts- und energiepolitische Sprecherin der SSW-Landtagsfraktion, Sybilla Nitsch:

Weiterlesen

Pressemitteilung · Christian Dirschauer · 30.10.2026 Finanznot der Kommunen: Landesregierung darf sich nicht hinter Gerichtsurteil verstecken

Das Landesverfassungsgericht hat heute die Verfassungsbeschwerden von 137 Gemeinden gegen den kommunalen Finanzausgleich für unzulässig erklärt. Zu der Entscheidung erklärt der Vorsitzende und finanzpolitische Sprecher der SSW-Landtagsfraktion, Christian Dirschauer:

Weiterlesen