Pressemitteilung · Christian Dirschauer · 03.12.2024 Landesregierung tappt beim Thema Lichtverschmutzung im Dunkeln

Die künstliche Aufhellung des Nachthimmels durch Straßenlaternen, Werbeanlagen und private Lichtquellen - die sogenannte Lichtverschmutzung - stört den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus vonMenschen, Tieren und Pflanzen. Doch die schleswig-holsteinische Landesregierung tappt bei diesem Thema weitgehend im Dunkeln. Das zeigt ihre Antwort auf eine kleine Anfrage des SSW-Abgeordneten Christian Dirschauer (Drucksache 20/2682).

„Die Antworten der Landesregierung offenbaren ein erschreckendes Desinteresse an diesem wichtigen Umweltthema“, kritisiert Christian Dirschauer, umweltpolitischer Sprecher der SSW-
Fraktion im Kieler Landtag. „Es gibt keine landesweiten Erhebungen darüber, welche Regionen besonders von Lichtverschmutzung betroffen sind. Die letzte wissenschaftliche Untersuchung zu den
Auswirkungen auf Zugvögel stammt aus dem Jahr 1995 - also vor fast 30 Jahren.“ 

Dabei ist Schleswig-Holstein als wichtiges Durchzugsgebiet für Millionen von Zugvögeln besonders in der Pflicht, die negativen Folgen künstlicher Beleuchtung zu minimieren. Die wenigen verfügbaren
Daten aus der älteren Studie zeigen, dass Zugvögel vor allem bei schlechter Sicht von Lichtquellen angelockt werden und dann ein irritiertes Verhalten zeigen. Auch nachtaktive Insekten sind stark von
künstlicher Beleuchtung betroffen - ein Problem, das angesichts des dramatischen Insektensterbens besondere Aufmerksamkeit verdient.

Auch bei der praktischen Umsetzung von Schutzmaßnahmen bleibt die Landesregierung weit hinter den Möglichkeiten zurück. Zwar gibt es Handlungsempfehlungen für Kommunen zur Reduzierung von
Lichtemissionen, aber keine speziellen Beratungs- oder Förderangebote des Landes. „Die Kommunen werden mit dieser Aufgabe weitgehend allein gelassen“, so Dirschauer. 

Positiv zu vermerken ist, dass die Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH) bereits erste Schritte zur Reduzierung der Lichtverschmutzung unternimmt, etwa durch die Verwendung umwelt-
und insektenfreundlicher Außenbeleuchtung. „Diese vereinzelten Maßnahmen reichen aber bei weitem nicht aus“, betont der Flensburger Landtagsabgeordnete. 

Besonders besorgniserregend: Eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Nachbarländern und -staaten findet derzeit überhaupt nicht statt. Und bei der Frage nach künftigen Maßnahmen zur
Reduzierung der Lichtverschmutzung verweist die Landesregierung lediglich darauf, dass die Planungen noch nicht abgeschlossen seien. „Die Landesregierung verschläft hier einen wichtigen
Aspekt des Umwelt- und Artenschutzes“, resümiert der SSW-Politiker.

Der SSW fordert die Landesregierung auf, das Thema Lichtverschmutzung endlich ernst zu nehmen und als ersten Schritt ein systematisches Monitoring aufzubauen. Darauf aufbauend müssen weitere
konkrete Maßnahmen entwickelt werden, um die Lichtverschmutzung im Land wirksam zu reduzieren

Hier geht es zur Kleinen Anfrage des SSW. 

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