Rede · Lars Harms · 19.06.2020 Mitarbeiter regelmäßig testen und Sozialberufe aufwerten

„Regelmäßige Tests sind sinnvoll aber kein Allheilmittel“

Lars Harms zu TOP 38+44 - Regelmäßige Tests auf Sars-CoV-2 für Sozialberufe ermöglichen, Bericht zum Coronavirus und seinen Auswirkungen auf Schleswig-Holstein (Drs. 19/2204 und 19/2220)

Zuallererst möchte ich die Gelegenheit nutzen und mich im Namen des SSW bei allen Menschen bedanken, die in sozialen Berufen arbeiten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Pflegeheimen, Kliniken, in der ambulanten Gesundheitsversorgung und im Rettungsdienst leisten Tag für Tag Großartiges. Und zwar nicht erst, seit uns diese Tatsache durch die Corona-Pandemie deutlich vor Augen geführt wird. Leider sind wir aber alle miteinander nicht gut genug darin, diese Leistung für unsere Gesellschaft entsprechend zu würdigen. Das muss ich zugeben. Aber ich hoffe, dass wir durch diese Krise endlich langfristig zu einer Aufwertung sozialer Berufe kommen. Der SSW wird sich jedenfalls auch in Zukunft dafür einsetzen. 

Vor diesem Hintergrund ist völlig klar, dass wir den vorliegenden Antrag der SPD unterstützen. Sowohl die erwähnten Berufe, wie zum Beispiel auch das Personal in Schule, Kita, Jugendhilfe und Einrichtungen der Eingliederungshilfe sollen selbstverständlich regelmäßig auf das Coronavirus getestet werden können. Dass alle Mitarbeitenden in diesen Bereichen Vorrang haben, liegt für uns auf der Hand. Schließlich sind sie in ihrem beruflichen Alltag im engen Kontakt mit vielen Menschen. Dadurch haben sie ein erhöhtes Risiko aber auch eine große Verantwortung. Und wiederholte Tests können ihnen zumindest etwas mehr Sicherheit in ihrem Berufsalltag geben. 

Ohne Frage spielen regelmäßige Testungen beziehungsweise die Frage einer Teststrategie bei der Bekämpfung des Coronavirus eine wichtige Rolle. Dieses Mittel ist zumindest deutlich besser dazu geeignet, Infektionsketten zu erkennen und zu unterbrechen als gelegentliche Stichproben. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir selbst durch ständige Testung nie absolute Sicherheit herstellen können. Wer heute negativ getestet wurde, kann sich schon morgen infiziert haben. Hier darf sich niemand in falscher Sicherheit wiegen. 

Trotzdem bleibt es gerade mit Blick auf die vielen verschiedenen Einrichtungen im Land richtig und konsequent, wenn wir die Testdichte weiter erhöhen. Und zwar deshalb, weil wir dann künftig schneller auf Corona-Ausbrüche in sozialen oder Bildungseinrichtungen und Kliniken reagieren können. Es ist also sehr wichtig, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen und nicht etwa aus Kosten- oder sonstigen Gründen kneifen. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, möglichst schnell möglichst viele Tests zu ermöglichen.

Eins ist mit Blick auf die Corona-Pandemie schon heute sicher. Wenn wir unsere Situation mit der Lage anderer Bundesländer oder sogar mit anderen Regionen der Welt vergleichen, können wir uns glücklich schätzen. Deshalb sind wir den Bürgerinnen und Bürgern natürlich dankbar für ihr besonnenes und diszipliniertes Verhalten. Doch bei aller Erleichterung über geringe Infektionszahlen und bei aller Hoffnung, bald wieder alle Lebensbereiche hochfahren zu können, muss ich eins hervorheben: Die entscheidende Phase liegt noch vor uns. Denn nicht nur die Urlaubswelle liegt unmittelbar vor uns. Auch unsere Bildungseinrichtungen kehren nach und nach zum Normalbetrieb zurück. Und nur wenn es uns gelingt, weiterhin mit der gleichen Disziplin Hygiene- und Abstandsregelungen einzuhalten, werden wir diese Krise wirklich überwinden und den Schaden zumindest begrenzen. Das sollten wir uns und anderen immer wieder bewusst machen. 

 

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