Pressemitteilung · 19.05.2005 Natura 2000: Umweltminister soll reinen Wein einschenken

Der SSW verlangt mehr Offenheit im Verfahren zur Ausweisung von Natura 2000-Gebieten. „Die Landesregierung verweigert eine Aussage darüber, wann sie die versprochene Rücknahme einzelner Gebiete umsetzen wird. Diese Geheimniskrämerei muss endlich ein Ende haben“, fordert der umweltpolitische Sprecher des SSW im Landtag, Lars Harms.

„Die Menschen in den betroffenen Regionen haben ein Anrecht darauf, dass ihnen endlich reiner Wein eingeschenkt wird. Die Landesregierung hat angekündigt, dass sie Naturschutz mit den Menschen in den betroffenen Regionen betreiben will. Dazu gehört, dass man die Öffentlichkeit über seine Vorhaben unterrichtet. In Sachen Natura 2000 wird den Menschen aber kein reiner Wein eingeschenkt“, bemängelt Harms.

Der SSW-Umweltpolitiker beanstandet, dass die Landesregierung in ihrer Antwort auf seine Kleine Anfrage (Drs. 16/51) eine Aussage darüber verweigert, wann mit einer kompletten oder teilweisen Rücknahme der noch nicht nach Brüssel gemeldeten Natura-Gebiete zu rechnen ist:
„Auf die konkrete Frage, wann die einzelnen Gebiete, wie zum Beispiel Eiderstedt oder die Eider-Treene-Sorge-Region, ganz oder teilweise wieder zurückgenommen werden, mauert der Umweltminister. Wie schon bei seinem Vorgänger gibt es nur die stereotype Antwort, dass allein naturschutz-fachliche Kriterien bei der Ausweisung von Gebieten eine Rolle spielen und dass Eiderstedt und die ETS-Region noch überprüft werden sollen.
Wann die Menschen eine Entscheidung aus Kiel erwarten können, wird nicht gesagt. Dabei wäre dies relativ einfach, denn die Eiderstedter haben schon entsprechende Gutachten erstellen lassen. Was also hindert die Landesregierung daran, anhand dieser Gutachten und allen anderen Materials endlich den Bürgerinnen und Bürgern zu sagen, wie, wo und wann die Gebiete ganz oder teilweise zurückgenommen werden?“, fragt der nordfriesische Landtagsabgeordnete.

„Vielleicht liegt es daran, dass die Landesregierung insgeheim eingestehen musste, dass alle schon nach Brüssel gemeldete Gebiete nicht mehr durch die Landesregierung zurückgezogen werden können. Dies würde aber bedeuten, dass der Umweltminister ein großes Wahlversprechen nicht halten kann. Statt den Menschen reinen Wein einzuschenken schweigt sich die Landesregierung aus und lässt die Bevölkerung im Unklaren. Das ist feige“, moniert Lars Harms.

Weitere Artikel

Pressemitteilung · Sybilla Nitsch · 16.01.2026 Keine Vollsperrung der Eiderbrücke!

Die Landtagsabgeordnete Sybilla Nitsch sieht Licht und Schatten mit Blick auf die Sanierung der Eiderbrücke in Tönning.

Weiterlesen

Pressemitteilung · Christian Dirschauer · 15.01.2026 Wohnungslosigkeit darf nicht unter dem Radar laufen

Immer mehr Menschen rutschen in die Wohnungs- oder Obdachlosigkeit, doch in Schleswig-Holstein mangelt es an handfesten Daten und Leitlinien zum Thema. Die SSW-Fraktion möchte Licht ins Dunkel bringen und fordert die Landesregierung auf, einen Bericht über die Situation wohnungs- und obdachloser Menschen in Schleswig-Holstein vorzulegen (Drucksache 20/4001).

Weiterlesen

Pressemitteilung · Sybilla Nitsch · 14.01.2026 Unsere Häfen brauchen verlässliche Perspektiven

Zum heutigen Fachgespräch im Wirtschaftsausschuss zur Hafeninfrastruktur in Schleswig-Holstein erklärt die wirtschaftspolitische Sprecherin der SSW-Landtagsfraktion, Sybilla Nitsch:

Weiterlesen