Rede · Lars Harms · 25.11.2022 Schleswig-Holstein ist ein echtes Sportland

„Ziel sollte es sein, durch den Leistungssport, Begeisterung für den Breitensport zu schaffen. Die Botschaft lohnt sich: Sport verbindet und Sport kann nachhaltig sein!“

Lars Harms ZU TOP 23 - Sportliche Großveranstaltungen in Schleswig-Holstein (Drs. 20/261)

Sport ist Bewegung. Aber wussten Sie auch, dass der Sport die größte Bewegung bei uns in Schleswig-Holstein ist? Von den 2,8 Millionen Einwohnern im Land sind knapp eine Million Menschen im Sport organisiert. Sport kann dabei so vieles sein, der Fußballverein, das Fitnessstudio oder der Rückbildungskurs nach der Geburt eines Kindes. All das ist Sport und wir können daher auch ein bisschen mit Stolz sagen, dass Schleswig-Holstein ein echtes Sportland ist. Dafür braucht es aber auch die entsprechenden Rahmenbedingungen, damit das auch in Zukunft so bleiben kann. Was auch wichtig ist, sind Vorbilder zu schaffen, wie etwa durch Großveranstaltungen. So können Menschen auch nachhaltig für den Sport begeistert werden. Wir begrüßen daher, dass die Landesregierung sich auch um solche Großveranstaltungen bei uns im Land bemühen soll. Was uns dabei wichtig ist, das habe ich vorhin schon angedeutet, ist die soziale Nachhaltigkeit. Dabei geht es um die Frage, was passiert, wenn die Großveranstaltung vorbei ist? Was passiert im Vorfeld? Welches Bild, wollen wir als Land neben dem Sport präsentieren? Das alles sind sehr wichtige Fragen, wie wir jetzt alle im Zusammenhang mit der Fußball-WM in Katar merken. Bei all der Kritik, die an der WM geäußert wird, gilt es dann zu berücksichtigen, unsere Sache anders machen zu wollen. Das ist leichter gesagt, als getan. Es braucht daher kluge, vorrausschauende Planung, die dann aber auch von der Bevölkerung mitgetragen wird. Die Ansprüche sind daher aktuell hoch, man mag fast meinen, sie seinen höher denn je. Doch nun nochmal zurück zum Antrag, Stichwort: Leistungssport. 
Denn eins liegt mir noch am Herzen, wenn man es wirklich ernst meint, mit den Großveranstaltungen, dann muss man doch auch so ehrlich sein und den Leistungssport in Schleswig-Holstein stärker fördern. Und zwar schon jetzt. Wenn wir in einem Jahrzehnt eine Großveranstaltung nach Schleswig-Holstein holen wollen, müssen wir heute schon in unsere Nachwuchsprofis investieren. Ich denke dabei auch an die Eliteschule des Sports. Lange war Schleswig-Holstein neben Bremen das einzige Bundesland, das über keine solche Schule verfügte. Das ist seit drei Jahren nun nicht mehr so. In Kiel gibt es nun eine solche Schule, ebenso gibt es in Ratzeburg eine Partnerschule des Leistungssports gibt. Und auch andere Schulen im Land tragen eine deutliche sportliche Handschrift. Hier gibt es denke ich noch Potential, diese Schulen noch bekannter zu machen und die Vernetzung, mit anderen Schulen im In- und Ausland, zu stärken. Ein Teil des nicht ausgeschöpften Potentials liegt sicherlich auch an der gesundheitspolitischen Situation der letzten zwei-ein-halb Jahren. Der Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen hat in dieser Zeit weiter zugenommen. Diese Kinder und Jugendlichen müssen wir erreichen. Die Landespolitik muss hier Unterstützung liefern. Die Schulen und auch der Vereinssport schafft dies nicht allein. Denn genau darum geht es, sich nicht ausschließlich mit Profisportlern zu schmücken, sondern die Kinder im Land abzuholen. Von Helgoland bis Fehmarn, von Flensburg bis Norderstedt. Sie sind der Grund, jetzt die Ärmel aufzukrempeln und das Gespräch zu suchen. Ein Ziel sollte es sein, durch den Leistungssport, Begeisterung für den Breitensport zu schaffen und das am besten unabhängig von Saison oder Trends. Denn die Botschaft lohnt sich: Sport verbindet und Sport kann nachhaltig sein. Lasst uns als Landespolitik diesen Leitspruch tatsächlich mit Leben füllen. Wir stimmen dem vorgelegten Antrag zu. 

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