Rede · Jette Waldinger-Thiering · 25.07.2025 Schulqualität ist eine Frage der Priorität

„Aufgrund schlechter Bausubstanz und oder zu kleinen Räumen für zu viele Schüler und Schülerinnen, werden in manchen Schulgebäuden belastende Dezibel Grenzen überschritten. Das bedeutet für alle anwesenden Stress.“

Jette Waldinger-Thiering zu TOP 40 - Gute Bildung braucht gute Räume - Bildungsbau Schleswig-Holstein (BiBa.SH) (Drs. 20/3448)

Gute Bildung braucht gute Räume, ja - das stimmt. Die Lernumgebung kann maßgeblich zum Lernerfolg beitragen. Durch angemessene Lernräume schaffen wir eine positive Grundlage für den Schulalltag. 
Wenn ein Schulträger jetzt Geld in die Hand nimmt, um seine Schule aus- und umzubauen, dann muss auch alles mitgedacht werden und somit zukunftsorientiert und nachhaltig geplant werden. 
Auch Inklusion muss unbedingt mitgedacht werden, es muss auch barrierefrei gebaut werden. Gerade in Hinblick auf die Doppelnutzung durch das Ganztagsangebot, muss Flexibilität in der Raumnutzung geschaffen werden. Es müssen Multiräume geschaffen werden, die vielseitig genutzt werden können und somit den aktuellen Anforderungen im Unterrichts- und Ganztagsalltag gerecht zu werden. 
Aufgrund schlechter Bausubstanz und oder zu kleinen Räumen für zu viele Schüler und Schülerinnen, werden in manchen Schulgebäuden belastende Dezibel Grenzen überschritten. Das bedeutet für alle anwesenden Stress. 
Das heißt, hier gilt es, Gesundheitsprävention in Form von Baumaßnahmen zu betreiben. Adäquate Raumgrößen und Schallschutz sind nötig um die Schülerinnen und Schülern wie auch den Lehrkräften ein gutes Arbeitsklima zu ermöglichen.
Aus Schülervertretungen und Schulen hören wir immer wieder, dass es Probleme mit veralteten Schultoiletten gibt. Viele Toiletten in Schulen sind einfach alt und eklig und scheinen die Schülerschaft dazu zu animieren, dort Vandalismus zu betreiben.
Am Ende führt das dazu, dass Kinder in der Schule nicht mehr auf die Toilette gehen wollen, um den Toilettengang zu vermeiden, wird dann entweder nicht genug getrunken oder die Kinder möchten so schnell es geht nach Hause. Das mögen Einzelfälle sein, aber marode Schultoiletten definitiv nicht. 
Grundsätzlich sollte Schule ein Ort sein, an dem unsere Kinder sich gerne aufhalten-  in Räumen, die sie zum Lernen motivieren. Immerhin verbringen sie und ihre Lehrkräfte viel Zeit in den Schulen.
Wenn man über die Grenze nach Skandinavien blickt, dann sieht man innovative Schulgebäude die internationale Architekturpreise gewinnen. 
Wie in so vielen Dingen, ist es auch hier eine Frage der Priorität, ob man in Schulgebäude investiert oder nicht. Jetzt ist die Frage: ob und wie?
Der Vorschlag, eine landeseigene, rechtlich selbstständige Gesellschaft zu gründen und aufzubauen, um den Kommunen, Verantwortung im Schulbau abzunehmen, sehe ich nicht als zielführend. Wir haben so viel Bürokratie in Schleswig-Holstein und besonders die Schulen ächzen unter den bürokratischen Strukturen, es muss nicht noch mehr Verwaltungsstruktur aufgebaut werden. Wir haben doch das IMPULS Programm für Schleswig- Holstein. Mit IMPULS 2030 förderte das Land den Neubau und die Sanierung von Schulen.
U.a. für die Sanierung oder Neubau von zu Schulen in öffentlicher Trägerschaft. 
Für Maßnahmen zur Reduzierung raumakustischer Belastungen in Grundschulen und Förderzentren und für Sanierung oder Neubau von zu Ersatzschulen. Davon brauchen wir mehr- so ein Programm in bewährter Form und Struktur muss neu aufgelegt und stetig weitergeführt werden. Vielleicht kann man die Antragsvorgaben noch pragmatisch anpassen um die Beantragung unkomplizierter gestalten. Dann haben die Kommunen und Schulträger eine Chance Schulgebäude adäquat auszubauen und Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften ein angenehmes Umfeld zu schaffen.

 

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