Rede · Flemming Meyer · 13.12.2001 Trilaterale Wattenmeerkonferenz in Esbjerg

Alleine die Tatsache, dass nun schon die neunte trilaterale Wattenmeerkonferenz stattgefunden hat, ist sehr zu begrüßen, dies zeigt uns, dass der Wattenmeerregion eine hohe Aufmerksamkeit gewidmet wird und dass die Entwicklung der Wattenmeerregion ständig fortgeführt wird.

Der bedeutsamste Beschluss dieser Wattenmeerkonferenz war sicherlich, dass die Wattenmeerschutzgebiete als PSSA, als besonders schützenswertes Seegebiet, ausgewiesen werden sollen. Dies soll auf Basis bestehender Maßnahmen auf dem Gebiet der Schiffssicherheit und auf Grundlage des freien Zugangs zu den bestehenden Häfen geschehen. Ich glaube, mit diesen Einschränkungen ist man den Sorgen und Befürchtungen der Menschen an den Küsten entgegen gekommen. Somit dürfte sich hier ein tragfähiges Ergebnis für die gesamte Wattenmeerregion abzeichnen. Wichtig ist jetzt, dass man entsprechend mancher Verlautbarung nun auch öffentliche Informationsveranstaltungen zu diesem Thema durchführt und sich so dem Dialog mit den Bürgern stellt, bevor alles beschlossene Sache ist. Tut man dies nicht, so kann es wieder zu Irritationen an der Westküste führen, die schon manches mal entstanden sind, weil es mit der Information der Bürger gehapert hat. Diesen Fehler sollten wir nicht wiederholen.

In diese Richtung geht ja auch die Einrichtung eines Wattenmeerforums. In diesem Forum geht es vorwiegend um die wirtschaftliche Entwicklung der Wattenmeerregion unter Berücksichtigung des Schutzes des Naturraumes Wattenmeerregion. Diese Abwägung zwischen Ökonomie und Ökologie ist dringend notwendig. Nach Auffassung des SSW ist es aber auch notwendig, den Küstenschutz hier stärker mit einzubeziehen. In der Wattenmeerregion stellt sich das Dreieck, Wirtschaft - Küstenschutz - Natur, als Basis aller Lebensgrundlagen dar. Wenn man will, dass sich die Region nachhaltig weiterentwickelt, muss man auch alle wichtigen Faktoren des täglichen Lebens mit einbeziehen. Im Wattenmeerforum sollte man daher an der Zielsetzung noch etwas nachbessern, damit die Ergebnisse dann auch in der Region tragfähig sind.

Bezüglich des Welterbes ist schon in der letzten Debatte hierzu alles gesagt worden. Letztendlich kommt es darauf an, dass die Bürger informiert werden; dass sorgfältig ermittelt wird, wie die UNESCO einer Ausweisung als Weltnatur- und –kulturerbe gegenübersteht; und festgelegt wird, welche Ziele mit der Ausweisung verfolgt werden.
Ökologische Ziele scheinen es nicht zu sein, da immer wieder gesagt wird, man wolle keine zusätzlichen Nutzungseinschränkungen in dem betroffenen Gebiet. Somit scheinen nur ökonomische Gründe beziehungsweise Marketinggesichtspunkte vorzuliegen. Vor diesem Hintergrund muss man die Welterbediskussion möglicherweise eher unter Kosten-Nutzen-Aspekten betrachten und kommt so möglicherweise zu völlig anderen Überlegungen als früher. Egal welches Ergebnis am Ende dabei heraus kommt: Auf jeden Fall müssen die Menschen an den Küsten das letzte Wort haben.

Ein weiteres Thema, dass uns mit Sicherheit in den nächsten Jahren beschäftigen wird, ist das der Industriefischerei. Auf der trilateralen Wattenmeerkonferenz hatte Deutschland vorgeschlagen, im Wattenmeer keine Industriefischerei mehr zuzulassen. Unsere Haltung ist dabei ganz klar: Dies ist der absolut richtige Weg.
Es ist für mich unverständlich, warum Dänemark hier weiter blockiert. Es kann nicht angehen, dass alle drei Staaten es einmütig begrüßen, dass man vor Sylt ein Walschutzgebiet eingerichtet hat und gleichzeitig will ein Land eine Wirtschaftsform beibehalten, die diese Schutzmaßnahmen konterkariert. Ich glaube, spätestens auf der internationalen Nordseeschutzkonferenz im kommenden Jahr in Bergen wird Dänemark seine Haltung hierzu noch einmal überdenken müssen.

Alles in allem muss man losgelöst von manchen Problemen aber sagen, dass die Trilaterale Wattenmeerkonferenz in Esbjerg eine erfolgreiche Konferenz war und gute Ergebnisse erzielt werden konnten. Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass es sich bei der Trilateralen Wattenmeerkonferenz um eines der wenigen regelmäßigen Zusammenarbeitsforen im Bereich der Nordsee handelt. So gesehen gehe ich davon aus, dass die Landesregierung die Trilateralen Wattenmeerkonferenzen als einen Einstieg in die Nordseekooperation sieht und diese dann vielleicht in Zukunft auch noch mit mehr Schub versieht. Ich würde mich freuen, wenn bei der nächsten Konferenz neben den Belangen der Schiffssicherheit und des Naturschutzes auch die wirtschaftliche und verkehrliche Weiterentwicklung der gemeinsamen Wattenmeerregion eine größere Rolle spielen würde und wir auch die kulturelle Zusammenarbeit im Rahmen der trilateralen Kooperation zwischen den Niederlanden, Dänemark und uns, mehr in den Mittelpunkt stellen würden.

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