Rede · 14.11.2002 Unterrichtsversorgung und lehrerbildung des Fach Musik

In der Debatte um den Antrag des Kollegen Klug, der zum heute vorliegenden "Bericht über die Unterrichtsversorgung und Lehrerbildung im Fach Musik" geführt hat, wurden die vielschichtigen Probleme des Faches Musik bereits angesprochen. Auch in ihrem Bericht über die Gewinnung von Lehrkräften hatte die Landesregierung schon darauf verwiesen, dass das Fach Musik in allen Schularten seit Jahren schwer zu besetzen ist.

Nach Angaben der Landesregierung liegt dies im Wesentlichen an den vergleichsweise geringen Studierendenzahlen. Im vorliegende Bericht wird dieses anhand von statistischen Daten eindrucks-voll belegt. Mit Ausnahme des Lehramtes Gymnasium ist die Anzahl der Studierenden in den Lehr-ämtern Grund- und Hauptschule, Realschule und Sonderschule von 1998 bis 2002 rückläufig gewe-sen. Die Anzahl der Studienanfänger im Semester 2001/2002 ist leider fast um ca. 30% gesunken.

Auch die Landesregierung verweist in ihrem Bericht darauf, dass die Ursachen dieser geringen Stu-dierendenzahlen unter anderem darin zu suchen sind, dass die entsprechenden Studiengänge im März 1998 von Kiel nach Flensburg verlegt wurden. Ich habe bereits in meiner letzen Rede zu die-sem Thema den Vorwurf kritisiert, weil er undokumentiert ist. - Und weil er auch die Bedeutung des In-Kraft-Tretens der "Landesverordnung über die Ersten Staatsprüfungen der Lehrkräfte" (POL I) im Oktober 1999, in der das Drei-Fächer-Studium an die Stelle des Zwei-Fächer-Studiums getre-ten ist, für das Fach Musik völlig unterschlägt. Denn durch die Verengung der Studierenden auf nur zwei Fächer haben unzweifelhaft gerade die peripheren Fächer - zu der leider das Fach Musik ge-hört - gelitten. Gerechterweise muss ich hinzufügen, dass die Landesregierung dieses in ihrem Be-richt jetzt erwähnt. Darum sage ich, die Klagen über die Verlegung eines großen Teils der Leh-rerausbildung von Kiel nach Flensburg sollten nun auch endlich aufhören.

Natürlich kann man nicht bestreiten, dass es in der Übergangsphase Probleme gegeben hat. Die Probleme im Bezug auf die Musiklehrerausbildung an der Universität Flensburg werden aber spä-testens zum Wintersemester 2002/2003, wenn Flensburg der einzige Ausbildungsort für das Fach Musik sein wird, zum großen Teil behoben sein. Dann wird der innerer Strukturwandel der Flens-burger Hochschule in Angriff genommen und das gesamte Musik-Lehrpersonal der CAU voll integ-riert sein.

Wir haben also genau wie die Landesregierung die begründete Hoffnung, dass eine Trendwende in Bezug auf die Anzahl der Studierenden im Fach Musik jetzt einsetzen wird. Ob diese Trendwende in der Anzahl der Studierenden zusammen mit den Bewerbungen aus anderen Bundesländern, der Wel-come-Back-Aktion und des Quereinsteiger-Programms reicht, um angesichts der Entwicklung der Schülerzahlen den Stellenwert des Faches Musik wirklich zu verbessern, kann man angesichts der übrigen Maßnahmen der Landesregierung hoffen. Hoffen - , weil die Landesregierung in ihrem Bericht keine gesicherte Zahlen darüber genannt hat.

Aber die Maßnahmen der Landesregierung sind auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Denn neben der Unterrichtsversorgung des Faches Musik ist ja gerade auch eine Steigerung der Qualität des Musikunterrichts notwendig. Deshalb begrüßen wir den Ausbau der Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen des IPTS in Fächern, für die entsprechend ausgebildete Lehrkräfte nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen. Dies gilt ja auch für das Fach Musik.

Auch die geplante Einrichtung eines Ergänzungsstudienganges im Fach Musik an der Universität Flensburg kann dazu beitragen, dass vorhandene Ressourcen so effektiv wie möglich genutzt wer-den. Denn die geplante Modularisierung des Studiengang bieten die Möglichkeit, flexibel und diffe-renziert auf die unterschiedlichen Vorkenntnisse und Bedürfnisse der Zielklientel zu reagieren. Die-ses Studium schafft also die Möglichkeit auch Lehrkräften aus anderen Bereichen für das Fach Mu-sik zu gewinnen. Ebenso wird der geplante Ausbau der Zusammenarbeit zwischen den Kreismusik-schulen und den allgemeinbildenden Schulen zur Verbesserung des Musikunterrichtes beitragen.

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