Rede · Jette Waldinger-Thiering · 28.01.2026 Wir brauchen Zeit und Raum für Bildung!

„Die Maßnahmen, um der Heterogenität der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden, greifen doch in kleineren Gruppen am besten. Ob DAZ-Förderung oder bedarfsgerechte individuelle Förderung um Misserfolge und Schulabbrüchen entgegenzuwirken, braucht Zeit, Raum und Menschen.“

Jette Waldinger-Thiering TOP 16 - Flex-Konzept wie beschlossen evaluieren und ausbauen (Drs.20/3995)

Das Angebot der Flex- Klassen an Gemeinschaftsschulen ist eine gute Unterstützungsmaßnahme zum Erlangen des Ersten allgemeinen Schulabschlusses. Allein schon aus dem Grund, dass die Schülerinnen und Schüler hier in angemessener Klassengröße, d.h. 15-16 Schülerinnen und Schüler mit weniger Zeitdruck unterrichtet werden können.
Eigentlich würde ich mir das für alle Kinder und Jugendliche in Schleswig-Holstein wünschen. 
Zeit und Raum für Bildung!
Um den wachsenden Herausforderungen im Schulalltag gerecht zu werden, brauchen wir mehr von Allem. Mehr Lehrkräfte, mehr Stunden. 
Aber stattdessen kann man dem aktuellen Bericht zur Unterrichtssituation entnehmen, dass aufgrund gestiegenen Klassenfrequenzen weniger Klassen gebildet wurden und somit die Stellenversorgung verbessert wurde. Weniger Klassen bilden und die Klassenfrequenz erhöhen, sind Sparmaßnahmen auf den Rücken der Kinder und Jugendlichen. Die Maßnahmen, um der Heterogenität der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden, greifen doch in kleineren Gruppen am besten. Ob DAZ-Förderung oder bedarfsgerechte individuelle Förderung um Misserfolge und Schulabbrüchen entgegenzuwirken, braucht Zeit, Raum und Menschen.
Aber zurück zum Antrag, natürlich ist es ärgerlich, dass die Beschlüsse des Landtags zur Evaluierung und Ausbau des Flex-Konzeptes nicht umgesetzt wurden. Das muss definitiv im Bildungsausschuss diskutiert und bearbeitet werden.
Aber grundsätzlich müssen wir einen Weg finden, dass alle Kinder die bestmögliche Förderung bekommen, um einen ESA zu erlangen. Alle Kompetenzen, Fähigkeiten und Motivationen müssen in den Schülerinnen und Schüler geweckt und gefördert werden. 
Keiner soll durchs Netz fallen.
Momentan fangen die beruflichen Schulen viele Schülerinnen und Schüler ohne ESA auf und ermöglichen Ihnen das, was an den Gemeinschaftsschulen nicht möglich war. 
Natürlich wird es immer Schülerinnen und Schüler geben, die erst durch die Berufsausbildung den schulischen Ehrgeiz entwickeln, einen Abschluss anzustreben. Aber zu viele Schulabbrecher fallen komplett durch das System. Im Bildungsausschuss werden wir eine Anhörung zu der „Entwicklung der Quote der Schülerin und Schüler ohne ESA in Schleswig-Holstein“ durchführen. 
Anhand der Ergebnisse der Anhörung sollten wir dann generell überlegen, welche Fördermaßnahmen und Konzepte an welchen Schulen gezielt ausgebaut werden müssen, um den Weg zum Schulabschluss für möglichst alle Schülerinnen und Schüler optimal zu begleiten 
und zu fördern.

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